Abkühlung für's Ohr - die WDR 5 Favoriten im August 

Die Favoriten auf WDR 5

Abkühlung für's Ohr - die WDR 5 Favoriten im August 

Von Kahtrin Herr

Die Hitzewelle kann uns nichts anhaben, wir holen uns die Abkühlung direkt in musikalischer Form und durch unsere frischen Favoriten-Tunes im August. 

A little nothing – Nobody

Album: Nobody

Ein Hauch von Nichts – A little nothing heißt die Band, die gerne mal Elemente von Indie, Folk und Elektro vermischt. Dabei kommen dann solche Songs wie unser Favorit "Nobody" raus, die anscheinend auch im Netz sehr gut ankommen, das zeigen zumindest die über drei Millionen Klicks bei Spotify. Schwieriger wird es da schon, etwas über die Jungs selbst herauszufinden, die sich hinter dem Namen verstecken. Was als Soloprojekt von Künstler Mike Ricinski aus Jena begann ist inzwischen zu einem Trio gewachsen, das in regelmäßigen Abständen großartige Singles liefert.

Boy Willows – I'm Good

Album: I'm Good

Bevor Boy Willows solo durchgestartet ist, war er schon in unzählige andere musikalische Projekte verwickelt, darunter zB auch eine Alternative Funk Rock Band und eine Rap-Gruppe, die sich Swag Puffs nannte….schön, dass er jetzt seinen ganz eigenen Stil gefunden hat, der hauptsächlich von der Natur seiner Heimat, dem US-Bundesstaat Maryland, beeinflusst ist. Und auch im offiziellen Video zum Song "I'm Good" werden ganz bewusst Menschen jedweder Couleur vor einer Naturkulisse portraitiert. Der Künstler selbst gefällt sich hier besonders im Lennon-Style, mit Nickel-Sonnenbrille und verstrubbeltem Haar. Aber auch seine Wahlheimat Los Angeles und die Erfahrungen die er dort gesammelt hat, hatten einen positiven Einfluss auf sein Songwriting.

Year of Suns – Hard To Forget

Album: Songs for Silence

Year of Suns stammt aus Miami, lebt und wirkt in Los Angeles. Seine Debut-EP erschien 2016 unter dem Titel "Songs for Silence". Die fünf meist akustischen Songs kommen leicht und poppig daher, was erstaunlich ist, denn Sänger Chris Matthews verarbeitet darin Trauriges: den Verlust von ihm nahestehenden Menschen, eine herzzerreißende Trennung und die Gleichgültigkeit, wie sie sich viel zu oft in unserer Gesellschaft findet. Die Musik des Amerikaners ist voller Emotionen und zieht einen regelrecht in ihren Bann.

Jonathan Jeremiah – Good Day

Album: Good Day

Jonathan Jeremiah - Good Day

Riddim and Blues, so klingt das neue Album von Jonathan Jeremiah. Sein Album trägt den gleichen Namen, wie unser Favorit daraus: "Good Day". Es ist das vierte Album und handelt von guten Tagen und den kleinen aber ganz besonderen Momenten des Alltags. Als Inspiration dienten dem Sänger die glücklichsten Momente der letzten drei Jahre, und diese positive Energie ist nicht überhörbar. Aufgenommen wurden die elf Songs in den legendären Konk Studios in London und dabei hat der Sänger mit der markanten Stimme keine Mühen gescheut: Ihn unterstützte nicht nur eine Band, sondern auch ein 19-köpfiges Klassik-Ensemble.

Maya Fadeeva – Let me go / Hello Friend

Album: Chamëleon

Maya Fadeeva ist in Russland geboren, lebte als Kind für kurze Zeit in New York, studierte Jazzgesang in Maastricht und findet schließlich ihre Heimat in NRW. Sie ist Teil des Wuppertaler Musik-Kollektivs Club des Belugas, das Elektro-Swing international mit salonfähig gemacht hat. Weit gereist ist Künstlerin schon viele Male, das veränderte ihre Sicht auf die Welt und auch auf die Musik. Mayas Stil ist genreübergreifend: ihr Debut Album "Chamëleon" aus 2018 hat Swing, ist Weltmusik und versprüht Jazz, Soul und Pop zugleich. Konzerte in NRW gibt es im September beim Jazzfestival in Viersen.

Tom Misch – South Of The River

Album: It runs through me

Seine Eltern hörten Klassik, der Vater spielte Violine, da liegt es auf der Hand, dass sein erstes Instrument ebenfalls zu den Streichern zählte. Auch in unserem Favoriten "South Of The River" kommt einer Violine eine wichtige Rolle zu: Bereits im Intro gibt sie den funky Groove vor, der den gesamten Song bestimmt. Tom Misch alias Thomas Misch zeigt einmal mehr, wie elegant er sich durch ganz unterschiedliche Genres manövrieren kann: Funk, Disco und Soul verschmelzen nahtlos mit digitalen Beats. Tom Misch ist mit der Musik der 90er groß geworden, dass sein Song ein wenig an die frühen Stücken von Jamiroquai erinnert, verwunder da kaum.

Joel Sarakula – Dead Heat

Album: Love Club

Der gebürtige Australier Joel Sarakula hat auf seinen Reisen schon einiges erlebt: Er war Opfer karibischer Autoknacker, trat in abgelegenen Fischerdörfern in Norwegen auf und spielten in zahlreichen Bars in Europa und den USA. Seine ständige Suche nach der Muse hat sich aber gelohnt: Auf seinem mittlerweile dritten Studioalbum "Love Club" mixt der Songschreiber und Weltenbummler gekonnt das Beste aus den verschiedensten Genres: Von Disco über Blues bis hin zu Soul und Soft-Rock. Elf Songs lassen das goldene Zeitalter des souligen Romantic-Pops wieder aufleben. Das Werk ist eine Hommage an die Singer-Songwriter der 70er Jahre.

Parcels – Tieduprightnow

Album:Tieduprightnow

Vor drei Jahren kamen die fünf Jungs von Parcels nach Berlin, damals weniger wegen der Stadt, sondern viel mehr aufgrund der günstigen zentraleuropäischen Lage. Inzwischen genießen sie ihr Leben dort allerdings in vollen Zügen, vor allem seitdem sie nicht mehr zu fünft in einer Einzimmerwohnung leben und sich ihr Geld durch Putzjobs verdienen müssen. Mit ein bisschen Unterstützung der Band Daft Punk, die bei der letzten Single "Overnight" mit beteiligt war haben es die fünf Jungs, die auch ohne weiteres frisch aus den 70ern importiert sein könnten, nun endlich auf die großen Bühnen der Welt geschafft. Ihre neue Single "Tieduprightnow" ist wie alle ihre Songs mit dem bandeigenen Markenzeichen versehen, komplett ohne Leerzeichen auszukommen.

John Mayer – New Light

Album: New Light

 Für das Video zum neuen Song "New Light", konnte sich John Mayers Label einfach nicht über ein Budget einig werden. Deswegen ist der Künstler kurzerhand selbst in ein kleines Studio gegangen, das eigentlich Geburtstagsvideos für Privatleute produziert. In unterschiedlichen Posen sieht man John Mayer vor einem Green Screen, in einem etwas sehr trashigen Outfit, wie er quasi einmal um den Globus reist, ohne das Studio verlassen zu müssen. Eine buchstäbliche Low Budget Produktion also, die den siebenfachen Grammy Gewinner auch noch mit den Worten "I am John Mayer and I am ready to be a star" einleitet. 

Joel Ney – Traffic Lights

Album: Traffic Lights

Joel Ney ist in Kerpen geboren und aufgewachsen. Früher spielte er in der Band Creative Injection, die sich dann allerdings aus unterschiedlichen Gründen auflöste. Inzwischen konzentriert sich der sympathische Singer Songwriter auf seine Solo-Karriere. Die Idee dazu kam ihm nach seinem Abitur, bei einem Kurzurlaub auf Mallorca. Kurze Zeit später gewann er prompt den Publikumspreis beim Emergenza Acoustic Showcase in Köln. Mit dem erhaltenen Geld für die Studioaufnahmen finanzierte er sich seine erste EP "Beautiful Things". Vor kurzem erst hat er nun mit seiner neueste Single "Traffic Lights" nachgelegt.

Islandis – Home

Album: Home

Das australische Duo Islandis hat es mit seinem lockeren Indiepop über das altbewährte Sprungbrett, den Radiosender Triple J Unearthed aus ihrem Heimatland hinaus und zu uns ins Programm geschafft. Die Band besteht aus den beiden Freunden James und Ben, in ihre Musik bringen sie viele ihrer gemeinsamen Erlebnisse mit ein, die sie über die Jahre hinweg miteinander verbinden und somit schwingt automatisch immer auch das gewisse Etwas an Nostalgie mit. Gegründet im tiefsten Winter, veröffentlichten die beiden ihre Debütsingle "Home" knapp ein Jahr später, im Oktober 2015.