Es wird poppig - die Februar-Favoriten

Die Favoriten auf WDR 5

Es wird poppig - die Februar-Favoriten

Von Kathrin Herr

Zehn Songs haben es auch diesen Monat in unsere Favoriten-Liste geschafft, dabei liegt der Schwerpunkt eindeutig auf gut gelauntem Pop. 

Die Playlist zur Sendung auf Spotify

Men I Trust feat. Odile & Geoffroy – Morse Code

Album: Headroom

Musikalisch gesehen kommen die drei Kanadier von Men We Trust aus ganz unterschiedlichen Richtungen: Emma liebt Grunge, Dragos Downbeats und Jessy basslastigen Elektro. Um trotz dieser unterschiedlichen Geschmäcker erfolgreich Songs schreiben zu können, beherzt das Trio eine klare Aufgabenteilung: Sängerin Emma ist verantwortlich für die Texte. Dragos bastelt die Beats am Rechner und Jessy komponiert die Melodien. Doch damit nicht genug. "D.I.Y." wird bei der Band großgeschrieben: Seit ihrer Gründung in 2014 werden Studioaufnahmen, Tourplanung und PR in Eigenregie gemeistert.

Baxter Dury – Listen

Album: Prince of Tears

Schon im zarten Alter von sechs Jahren ließ sich Baxter Dury für ein Albumcover dabei ablichten, wie er vor einem Damenunterwäschegeschäft posiert. Das Bild wurde zum Cover des Debutalbums seines Vaters Ian Dury. Mit Mitte 20 und nach einigen Nebenjobs wurde ihm klar, dass er gerne Vollzeit-Musiker werden würde. Dabei musste er sich erstmal aus dem Schatten seines Vaters freikämpfen und einen eigenen Stil finden. Ist ihm ganz gut gelungen und inzwischen hat Baxter selbst schon fünf Alben veröffentlicht, auf denen er meist alleine und ganz ohne Damenunterwäsche zu sehen ist. Unser Favorit "Listen" stammt vom aktuellen Album "Prince of Tears" und beinhaltet unterschwellige Kritik an Großbritanniens EU-Austritt. 

Beach Fossils – May 1 st

Sommersault

Beach Fossils kommen aus Brooklyn. Seit 2009 macht das Trio zusammen Musik: avantgardistischer Indie-Rock mit einer ungewöhnlichen Leichtigkeit. Da passt es auch, dass ihr aktuelles Album "Somersault" – also Purzelbaum – heißt. Elf Stücke mit unterschiedlichen Tempi und wechselnde Stimmungen. Stets zu hören sind schwebende Gitarren-Riffs, mehrstimmiger Gesang und sanftes Schlagzeug. Etwas weniger sanft war ihr Auftritt bei der der Serie "Vinyl". Äußerst authentisch, spielten sie hier eine Punk-Rock-Band.

Isobel Campbell – Come Undone

Album: Hawk

Gegensätze ziehen sich bekanntlich an, das gilt auch für Mark Lanegan und Isobel Campbell. Mark, der hauptsächlich mit seiner Grunge-Band Screaming Trees bekannt wurde und Isobel, die bis Anfang der 2000er mit der Indie-Pop-Band Belle & Sebastian unterwegs war, begegnen sich im Song "Come Undone" auf einem Level, das durchaus mit Lee Hazelwood und Nancy Sinatra mithalten kann. Seit 2006 machen die Schottin mit der elfengleichen Stimme und einem Hang zum Chanson und der tief mit amerikanischem Folk verwurzelte Kalifornier gemeinsam Musik. Drei Alben und eine EP sind das Ergebnis. Unser Favorit stammt vom letzten Album "Hawk" das 2010 raus kam.

Heimatt – Teenage Holiday Crush

Album: The Greatest Story

Heimatt ist Norwegisch und bedeutet zu Deutsch "heimwärts" und das obwohl der kreative Kopf hinter dem gleichnamigen Bandprojekts eigentlich aus Dänemark stammt. Magnus Grilstad lebt in Kopenhagen, wo er immer wieder neue Musiker kennenlernt, die er für sich und seine Sache gewinnen kann. Als der Singer-Songwriter 2014 das Projekt ins Leben rief, ließ auch der Erfolg nicht lange auf sich warten. Bereits nach drei Monaten wollten ihn mehrere Festivalveranstalter auf ihren Bühnen sehen. Inzwischen hat er sein zweites Studioalbum "The Greatest Story" veröffentlicht, das sich nun vom melancholischen Indiefolk immer mehr in die Indiepop Richtung weiterentwickelt hat. Gerade bei unserem Favoriten "Teenage Holiday Crush" wird das ganz besonders deutlich.

Joon Moon – Chess (Opium Factory Remix)

Album: Chess EP

Das Trio Joon Moon hat sich in Paris, genauer gesagt im Künstlerviertel Montmartre kennengelernt und produziert seit 2014 gemeinsam Tracks. Julien Decoret ist ein erfolgreicher Produzent aus Paris der auch schon mit der Band Nouvelle Vague auf dem ganzen Globus unterwegs war, Krystle Warren eine Singer-Songwriterin aus New York, die bereits mit Größen wie Rufus Wainwright zusammen gearbeitet hat. Gemeinsam mit Drummer Raphael Chassin produzieren sie solche Songs mit Retro-Ästhetik wie unseren Favoriten, "Chess". Der war übrigens einer der allerersten Veröffentlichungen, wir haben uns allerdings für den etwas flotteren Remix von Opium Factory entschieden.

Charlie Fink – I was born to be a cowboy

Album: Cover my Tracks

Bis zum 14. Lebensjahr war Charlie Fink felsenfest davon überzeugt, der Song "This Land is Your Land" von Jimmy Guthrie stamme aus der Feder seiner Mutter, da diese eine solch enthusiastische Folkmusikerin war. Erst als er dann bei Freunden eine Originalaufnahme hörte, ging ihm ein Licht auf. Inzwischen schreibt er seine eigenen Songs und zählt zu den talentiertesten britischen Nachwuchstalenten. Lange war er mit seiner Band Noah and the Whale unterwegs, jetzt ist er als Solokünstler mit der Mission unterwegs, Geschichten zu erzählen. Und damit die auch auf jeden Fall gehört werden, hat Charlie Fink aus seinem neuesten Album gleichzeitig ein Theaterprojekt gemacht, in dem er selbst ebenfalls auf der Bühne zu sehen ist.

Matt Andersen – Break Away

Honest Man

Die Entscheidung, professioneller Musiker zu werden, hat im Grunde genommen Matt Andersens Chef für ihn getroffen. Der wollte nämlich, dass er sich die Koteletten abrasiert. Da war für Matt klar, dass er die falsche Karriere verfolgt hatte und begann intensiv an seiner Musik zu feilen. Dabei hat er nie professionellen Gitarrenuntericht erhalten, sondern sich das meiste kurzerhand selbst beigebracht. Insgesamt sieben Studioalben und bis zu 250 Konzerte weltweit sind das Ergebnis, man fragt sich wirklich, wie der Mann das alles schafft. Unser Song "Break Away" stammt vom aktuellen Album "Honest Man".

Rod Ladgrove – The Only Thing I Ever Had

Album: I Can't Quit You / The Only Thing I Ever Had

Durch den Support der Kollegen vom australischen Radiosender Triple J schaffte es Rod Ladgrove  in einige wichtige Spotify-Playlisten, wodurch er plötzlich mehrere 100.000 Follower und millionenfache Klicks bekam. Eine moderne Musikerkarriere eben. Obwohl seine Songs schon immer sehr folkig waren, hatte er bei den ersten Releases noch am Rechner nachgeholfen und das Genre Folktronica bedient. Davon hatte er sich bei den meisten Releases in 2017 allerdings wieder verabschiedet und dylonesque Folksongs geschrieben, deren Hauptaufgabe es ist, Geschichten zu erzählen. Dazu zählt auch unser Favorit "The Only Thing I Ever Had".

Lions Head – See You

Album: LNZHD

Aufgewachsen in New York, versuchte sich Iggy Uriarte erst einmal im Opernchor der Met. Dort hat er dann zusammen mit Luciano Pavarotti oder Placido Domingo gesungen. Als er dann in den Stimmbruch kam, beendete er seine Opernkarriere und widmete sich voll und ganz der Popmusik und Singer/Songwriter Szene. Als er dann für ein Songwriting-Seminar nach Hamburg und München kam, lernte er den Produzenten und DJ Chrome kennen mit dem er gemeinsam die Band Lions Head gründete. Die brachte 2016 ihr Debutalbum "LNZHD" raus, auf dem auch unser Favorit "See you" zu finden ist. In dem geht´s um eine Beziehung, die eigentlich am Ende ist, die man aber trotzdem noch nicht beenden kann.