Die Favoriten auf WDR 5

Bunt wie die Blätter im Herbst - unsere Favoriten im Oktober

Stand: 22.09.2022, 11:36 Uhr

Die WDR 5 - Favoriten Oktober sind sehr Akustikgitarrenlastig, mal gespielt von Altmeistern wie Jack Johnson und mal von Newcomern wie Zara Akopyan aus Paderborn oder Mina Richman aus Bielefeld.

Von Kathrin Herr und Kirsten Kynast

Bunt wie die Blätter im Herbst - unsere Favoriten im Oktober

WDR 5 Musikbonus 01.10.2022 57:17 Min. Verfügbar bis 01.10.2023 WDR 5 Von Kathrin Herr ;Kirsten Kynast


Ziggy Alberts – The great divide

Ziggy Alberts

Auf Ziggy Alberts ist in Favoriten-Hinsicht halt einfach Verlass! Der australische Künstler liefert uns hier in regelmäßigen Abständen immer wieder neues Futter für unsere Sendung – wie zB auch "The great divide", der dieses Jahr als Single erschien. Der Song diente sozusagen als Soundtrack für eine Spendenkampagne, die Ziggy für die Opfer der Flutkatastrophe in seinem Heimatland Australien über seine Social-Media-Kanäle ins Leben gerufen hatte. Auch wenn er hierzulande vielleicht noch als Geheimtipp gilt, ist sein Name in der Heimat wohlbekannt – und das obwohl er eigentlich nie vorhatte, Musiker zu werden. Als Teenager wollte er nämlich noch Zahnarzt werden! Dass er heute auf der Bühne steht, verdanken wir tatsächlich seinen Eltern, von denen er seine erste Gitarre zu Weihnachten bekommen hat.

Ran Nir – A better place

Ran Nir

Geboren ist Ran Nir in Jerusalem, seit 2014 lebt der Singer-Songwriter in Berlin. Vor seinem Soloprojekt war er Mitglied der Band Asaf Avidan & THE MOJOS. Sein hoch gelobtes Debütalbum "Obsession" wurde 2019 veröffentlicht. Im August dieses Jahr folgte sein lang ersehntes zweites Studioalbum "Greener Pastures". Darauf enthalten ist als Auftakt unser ausgewählter Favorit "A better place". Stück für Stück überzeugt uns Ran Nir in "Greener Pastures": sein Mix aus Folk, Pop, Blues, Rock und Country ist einzigartig und doch verleiht er jedem Song seinen gewissen Ran-Nir-Charakter.

Belle and Sebastian – A bit of Previous

Belle and Sebastian

Sie sind definitiv eine Urgesteinsband des Folk-Pop: Belle and Sebastian, die siebenköpfige Kombo aus Glasgow. Mitte der 90er nahmen die beiden Gründungsmitglieder Stuart Murdoch und Stuart David an einem Bandcontest für arbeitslose Musikerinnen und Musiker teil – und gewannen das Stipendium, mit dem sie sich die Produktion ihres ersten Albums "Tigermilk" finanzieren konnten. Inzwischen sind wir bei Album Nummer 11, "A bit of previous", angelangt – natürlich nicht ohne die charakteristische Stimme von Stuart Murdoch. Der Bandname ist übrigens von einem französischen Kinderbuch abgeleitet, das von dem Jungen Sébastian und seinem Hund Belle handelt.

Mahalia – Mahalia

Mahalia

In unserer Rubrik der Musikfavoriten stellen wir Ihnen gerne auch einmal die B-Seite einer Platte oder weniger bekannte Künstler:innen vor. Wichtig ist uns dabei stets das gewisse Extra in einem Stück zu entdecken. Genau das erfüllt für uns auch Singer-Songwriterin Mahalia aus Leicester mit ihrem selbstbetitelten Song "Mahalia". Der Track ist aus ihrem Debütalbum "Diary of Me" (2016), das nicht persönlicher sein könnte: Mahalia selbst nennt "Diary of Me" auch ihr eigenes Mixtape – quasi ihr Tagebuch. Schon mit acht Jahren schrieb sie ihr erstes Lied. Ihre Stimme und ihr Sound schenken uns ein Gefühl von Intimität – genau das Richtige für den Herbst.

Fantastic Negrito – Virginia Soil

Fantastic Negrito

Unser ausgewählter Favorit "Virginia Soil" ist das letzte Stück der 13-Track-Platte "White Jesus Black Problems" von Singer-Songwriter Fantastic Negrito alias Xavier Amin Dphrepaulezz. Es ist das fünfte Studioalbum des Künstlers. "White Jesus Black Problems" grenzt sich musikalisch von seinen drei vorherigen, Grammy-gekürten-Alben ein wenig ab. Was bleibt, ist seine Liebe zum Blues und R&B. Thematisch macht Fantastic Negrito, wie der Titel bereits erahnen lässt, auf Rassismus aufmerksam. Seine Vorfahren der siebten Generation hatten bereits um 1750 damit zu kämpfen. Das Stück "Virginia Soil" ist ein gelungener Abschluss der abwechslungsreichen Veröffentlichung. Das gesungene Mantra "Freedom will come" geht direkt ins Ohr und wird hoffentlich nicht so schnell vergessen.

Paris Combo – Barre Espace

Paris Combo

Mehr als 25 Jahre begeisterte Belle du Berry als Sängerin des französischen Quintetts Paris Combo mit ihrer kraftvollen Stimme. 2020 starb sie an ihrer Krebserkrankung. Die Gruppe veröffentlichte dieses Jahr im Mai ihr neues Album "Quesaco?", das noch gemeinsam mit Belle du Berry aufgenommen wurde. Darauf enthalten ist auch das Stück "Barre espace", im gewohnten Sound aus Chanson, Jazz und Swing. Für eine Extraportion Reggae sorgt der französische Produzent und Multiinstrumentalist Bruno "Patchworks" Hovart, alias Taggy Matcher mit seinem Remix. Ob im Original oder als Remix – "Barre espace" begeistert und ist eine gelungene Hommage an die Frontsängerin von Paris Combo.

Patty Griffin, Robert Plant – Don’t mind

Patty Griffin

Für ihr Album "Tape" (VÖ 07/22) durchforstete Sängerin „Patty Griffin“ noch einmal all ihre gesammelten, unveröffentlichten Aufnahmen – aus mehr als 26 Jahren ihrer Musikkarriere! Viele ihrer Stücke unterscheiden sich von ihrem gewohnten Sound aus Country und Folk. Ihre letzte selbstbetitelte Platte ist aus 2019 und wurde mit einem Grammy ausgezeichnet. In unserem Favoriten "Don’t mind" ergänzen sich Patty Griffin und Robert Plant ("Led Zeppelin") perfekt. Die beiden arbeiteten schon 2010 im Ensemble "Band of Joy" zusammen, später wurden sie ein Paar. Die Liebesbeziehung besteht nicht mehr, was bleibt ist ihre musikalische Verbindung zueinander. Das Ergebnis können Sie in "Don’t mind" hören.

Mina Richman – Bad Girls

Mina Richman

"Mom – I am a rich man". Dieses berühmte Zitat, das aktuell in der feministischen Szene eine kleine Renaissance erlebt, stammt von keiner anderen als Cher. Als Antwort auf die Aufforderung ihrer Mutter, doch bitte einen reichen Mann zu heiraten. Und daran lässt sich schon erahnen, wie viel Mina Richman (die eigentlich Schelpeier heißt), von Geschlechterrollen hält. Oft thematisiert sie dies auch in ihren Song, genauso wie ihre eigene Queerness. Unser Song "Bad Girls" handelt zum Beispiel von einer toxischen Beziehung zwischen zwei Frauen. Geboren ist Mina Richman übrigens in Berlin, aufgewachsen dann im beschaulichen Bad Salzuflen und mittlerweile ist sie in Bielefeld beheimatet, wenn sie nicht grade als Support Act für Alin Coen oder Enno Bunger in ganz Deutschland unterwegs ist.

Zara Akopyan – Priorities

zara akopyan

Die junge Singer-Songwriterin Zara Akopyan stammt gebürtig aus Hamburg – ihr Studium hat sie allerdings zu uns hier her nach NRW verschlagen, genauer gesagt nach Paderborn. Seit sie 16 ist schreibt sie ihre eigenen Songs, wobei sie auch ganz klar zugibt, dass sie am Anfang noch sehr wie ihr Idol Taylor Swift geklungen hat. Ein kleines bisschen hört man die zwar auch immer noch raus, aber das ist ja auch voll okay, solange man auch einen eigenen Stil hat. Und den hat Zara Akopyan definitiv gefunden! Inzwischen erschien ihre zweite EP, wir haben uns allerdings für einen Song vom EP-Debüt "Planting Plans" aus 2020 entschieden. Unser Favorit "Priorities" handelt – kurz gesagt – davon, Prioritäten zu setzen, wen man in seinem Leben haben möchte und wen nicht.

Jack Johnson - Don’t look now

Jack Johnson

Anfang der 2000er gab es wohl kaum ein Straßenkcafé, das nicht irgendwann mal Jack Johnsons Debüt "Brushfire Fairytales" gespielt hat. Sonnengebräunter, akustischer Gitarrenpop mit Texten, die eigentlich immer eine tiefere Bedeutung haben – so kennen und lieben wir den inzwischen fast 50 jährigen Hawaiianer. Kürzlich hat er sich zurückgemeldet mit seinem insgesamt 8. Studioalbum "Meet the Moonlight", auf das er uns insgesamt fünf Jahre hat warten lassen. Aber das Warten hat sich definitiv gelohnt! Das Album ist genau wie wir das von ihm kennen: einfach entspannt und ein bisschen wie der perfekte Soundtrack für den (Spät-) Sommer.

Moderation: Kathrin Herr und Ralf Ilgner