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Die Favoriten auf WDR 5

Favoriten für die Ferien - unsere Lieblingssongs im Juli

Diesen Monat begleiten uns gemütliche Gitarrenklänge und bewegende Bässe in wärmer und kürzer werdende Nächte. Wohin der Wind auch weht - unsere Musik weht mit und bringt neben Ferienflair auch ein Gefühl von Zuhause mit sich.

Von Kathrin Herr, Kirsten Kynast

Favoriten für die Ferien - unsere Lieblingssongs im Juli

WDR 5 Musikbonus 02.07.2022 56:50 Min. Verfügbar bis 02.07.2023 WDR 5 Von Ilgner Herr


Collie Buddz feat. KBong – Dancing in the rhythm

KBONG

Wenn zwei Künstler von Bermuda und Hawaii stammen, verwundert es wenig, dass beide sich in Richtung Reggae/Dancehall orientieren. Collie Buddz und KBong bilden da keine Ausnahme und orientieren sich für ihren Song auch noch an einer der ältesten Traditionen im Reggae: Soundsystems. Den Instrumentalteil (im Reggae auch "Riddim" genannt) hat nämlich Collie Buddz produziert, um ihn dann anderen Künstlern zur Verfügung zu stellen. Und genau so kommt auch der zweite im Bunde, KBong, ins Spiel. Der hat nämlich die Lyrics komplett selbst dazu eingesungen. Der Song erschien dann letztes Jahr auf der Kompilation "Cali Roots Reggae", auf der auch Größen wie Anthony B oder Groundation ihre Lyrics auf diesen Riddim veröffentlicht haben.

Donkey Kid – Deep Blue

Deep Blue

Das Gefühl, sich nach langanhaltendem Liebeskummer endlich wieder frei zu fühlen beschreibt Donkey Kid in diesem Song so akkurat, dass man es ihm einfach abkaufen muss. Und das obwohl Juri – so heißt Donkey Kid nämlich im echten Leben – selbst grade erst 19 Jahre alt ist. Der Newcomer aus Berlin steht noch ganz am Anfang seiner Karriere, aber es lohnt sich bereits jetzt durchaus ihn im Blick zu behalten. Seine aktuelle EP "Distant Shout" erschien diesen Mai und macht definitiv Lust auf mehr. Momentan zählt er noch zu den so genannten Bedroom-Producern und produziert die meisten seiner Songs im heimischen Schlafzimmer, inspiriert von Größen wie Jimi Hendrix und den Synthie-Sounds der 80er.

Aṣa – Mayana

Aṣa – Mayana

Aṣa ist zurück und das schon seit Februar! Da erschien nämlich ihr aktuelles Album "V" – auf dem sie ihre Afro-Pop-Seite einmal voll und ganz auslebt. Das mag daran liegen, dass sie während des Lockdowns ihren Hauptwohnsitz in Paris zugunsten der Millionenstadt Lagos in Nigeria verlassen hat um dort ihr neues Album zu produzieren. Über diese Bedeutung des Wortes "Mayana" war Asa sich allerdings selbst erst gar nicht bewusst. Beim Songwriting wollte ihr nämlich einfach nicht das richtige Wort einfallen, weswegen sie "Mayana" einfach als eine Art Platzhalter benutzte. Irgendwann war der allerdings so sehr im Ohr, dass sie ihn nicht mehr einfach so austauschen konnte. Die kurze Google-Recherche ergab dann aber glücklicherweise, dass das Wort aus dem hebräischen stammt, übersetzt viel wie "Morgen" heißt und tatsächlich ganz hervorragend zu den restlichen Lyrics passte…

Dekker – Let’s pretend

Dekker

Was im ersten Moment aussieht wie ein großer Lampenschirm ist in Wahrheit der riesige Strohhut Dekkers, den er selbst am Merch-Stand nach dem Konzert nicht gerne abnimmt. Muss er aber auch gar nicht – ein bisschen Kauzigkeit hat schließlich noch keinem Künstler geschadet. Eigentlich war Dekker immer als die eine Hälfte des Duos Rue Royale unterwegs, die andere Hälfte war seine Ehefrau Ruth. Seit ihrer gemeinsamen Tochter ist Dekker aber vermehrt solo unterwegs und hat auch bereits zwei Alben rausgebracht. Letzteres heißt "I won’t be your foe" und auch unser Favorit "Let’s pretend" ist darauf zu finden. Der Song handelt von einem Kinderspiel, bei dem die Wohnzimmermöbel möglichst nicht verlassen werden dürfen, weil der Boden aus Lava ist. 

Nick Mulvey – Brother to you

Brother To You

13 Stücke enthält das neue Studioalbum "New Mythology" von Nick Mulvey. Sie alle haben eines gemeinsam – es sind Texte, die uns zum Nachdenken ermutigen. Auch unser Favorit "Brother to you" hat es in sich: Das Stück handelt von Mulveys Entschuldigung und Wiedergutmachung seiner Aufgaben als Bruder. Sein Song soll die "Dinge richtig stellen".  Das alles wird von seiner grandiosen Stimme an der Akustikgitarre begleitet. 2011 trat Nick Mulvey aus dem britischen Ensemble Portico Quartet ("Prickly Pear") aus, um als Solokünstler durchzustarten. Es scheint, als sei sein Plan aufgegangen! Nick Mulvey zeigt, dass Musik nicht immer aufregend, laut und aufdringlich sein muss. Uns gefällt seine unaufdringliche Art über tiefgehende Themen zu singen.

Metronomy – It’s good to be back

Metronomy

Von der britischen Indie-Popband Metronomy können wir einfach nicht genug bekommen – speziell von ihrem siebten Album "Small World". Ganz so small ist die Platte mit neun wunderbaren Stücken jedoch nicht. Für diesen Monat haben wir daraus "It’s good to be back" als Favoriten gekürt. Und ob es nun der Sommer ist, den wir uns alle herbeigesehnt haben oder die Band wieder live auf Tour zu hören: it’s good to be back. Musikalisch, wie könnte es anders sein, klingt unser Favorit nach purer Freude. Im August gibt das Ensemble sechs Konzerte in Deutschland. Bis dahin hören wir Metronomys Album einfach rauf und runter. Danke Metronomy und bis August!

Daniel Blake – Any Way the Wind blows

Circle Mountain

Er hat nichts mit dem Film "Ich, Daniel Blake" zu tun – er hat nur zufällig denselben Namen! Unser Daniel Blake ist nämlich ein Singer/Songwriter aus Los Angeles und von ihm stammt unser Favorit "Any way the wind blows". Der erschien bereits 2018 auf seiner Debüt-EP "Circle Mountain". Damals war er laut eigener Aussage noch ganz furchtbar unsicher und es fiel ihm beim Produzieren noch sehr schwer, sich musikalisch auf etwas festzulegen. Mittlerweile ist seine zweite EP erschienen und mit der wurde er auch schon sehr viel entspannter. Leider zählt er aber auch zu der Sorte Künstler, von der man gerne noch viel, viel mehr hören würde – die aber, weil sie anderweitig ihr Geld verdienen, oder einfach zu viel auf Tour sind, leider viel zu selten was veröffentlichen. Hoffentlich ändert sich das bei Daniel Blake bald wieder…

FredAtLast – Banner Burns

Banner Burns

FredAtLast ist im Popuniversum lange kein unbekanntes Gesicht mehr: Als Bassist der Band "Little Dragon" schreibt er schon seit vielen Jahren internationale Musikgeschichte. Im Mai veröffentlichte der Multiinstrumentalist und Singer-Songwriter seine Debüt-EP "Banner of A Lost Belief". Die 5-Track-EP handelt davon mutiger zu sein. Aufgenommen wurden alle fünf Lieder in einer verlassenen Holzmühle in Schweden. Finalisiert wurden sie im "Little Dragon" Studio in Göteborg. In einigen Passagen der Veröffentlichung spielen auch die drei übrigen Little Dragon Mitglieder mit. Vollen Support gibt es nicht nur von der Band, sondern auch von uns: Unser gewählter Favorit ist das Stück "Banner burns", da der musikalische Facettenreichtum hier besonders hörbar ist. Wir sind erfreut über die Neuentdeckung und sind gespannt, was FredAtLast in Zukunft von sich hören lässt.

Pina Palau – Jupi

Jupi

Sich nicht so ernst nehmen – das kann die Züricher Musikerin Pina Palau und das bestätigt ebenfalls ihr EP Titel "Super Ego". Auf der EP ist auch unser ausgewählter Favorit "Jupi" enthalten. Der Song wurde am 29. Dezember 2020 an einem kalten und dunklen Wintertag geschrieben. Sie kennen vielleicht die Stimmung, in der die Singer-Songwriterin sich damals befand: Ende Dezember fühlt es sich sowohl zu früh als auch zu spät an, um etwas Neues zu beginnen. In Ihrem Indie-Folk-Stück tröstet Palau einen Freund mit gebrochenem Herzen. Beim zweiten Hinhören nimmt die Sängerin die Illusion, dass das Leben als Single besser ist. Pina Palau singt über die täglichen Dinge des Lebens und einfach nur über das Menschsein. Noch dieses Jahr soll ihr Debütalbum „Illusion“ herauskommen und wir sind gespannt, welche Themen sie ansprechen wird.

The Ries Brothers, Bikini Trill - Sleepwalking

Sleepwalking

Sie suchen noch nach dem perfekten Soundtrack für den Sommer? Wir haben da etwas für Sie: Aufgepasst! Hier kommt das Geschwisterduo Ries Brothers in Kollaboration mit dem Surf-Trio Bikini Trill aus Kalifornien. Ihr besonderer Mix aus Rock, Blues, Reggae und Funk zieht uns sofort in den Bann. Kevin und Charlie Jordan, die Ries Brothers, aus Clearwater bringen die Sommervibes der Westküste direkt zu uns nach Hause. Und ob Sie nun die Gitarre, Ukulele, Melodica oder doch das Theremin aus den Stücken heraushören – im Mix mit der Band Bikini Trill ist das Ergebnis eine Wohlfühlatmosphäre. Unser Favorit "Sleepwalking" klingt frisch und geht direkt ins Ohr. Tanzen Sie gemeinsam mit uns in den Sommer.