Die Favoriten auf WDR 5

Alles neu macht der Mai!

Stand: 28.04.2022, 12:47 Uhr

Deswegen gibt es auch diesen Monat wieder unsere zwölf besten Titel, die genau zum Wonnemonat passen. Ein Mix aus den unterschiedlichsten Genres, zusammengefasst unter einem Schlagwort: Unsere Favoriten!

Von Kathrin Herr, Kirsten Kynast

Alles neu macht der Mai!

WDR 5 Musikbonus 07.05.2022 56:02 Min. Verfügbar bis 07.05.2023 WDR 5 Von Kirsten Kynast Kathrin Herr


Leslie Clio - Feel it in my Bones

Leslie Clio

Die gebürtige Hamburgerin Leslie Clio feierte im Februar 2022 ihr großartiges Comeback mit ihrem vierten Studioalbum "Brave New Woman". Und der Name des Albums ist hier Programm: Es ist die erste Veröffentlichung auf ihrem eigenen Label "House of Clio". Das Team von "House of Clio" besteht im Kern aus Frauen – eine Message, die aktueller nicht sein könnte. Durch diese Gründung geht Clio keine Kompromisse mehr in ihrem Sound ein, ihre künstlerische Freiheit steht hier an oberster Stelle. Zwischen Soul, R&B und Pop erklingt auch unser ausgewählter Favorit "Feel it in my bones" an vierter Stelle ihrer 11-Track-LP. Das Stück zeigt abermals den Facettenreichtum und die Einzigartigkeit der Sängerin. In "Feel it in my bones" ist von Beginn bis zum letzten Lied die Selbstverwirklichung der Musikerin hörbar. Wir gratulieren zum eigenen Label und sind gespannt, wie sich Leslie Clio weiterhin entfalten kann.

Christian Lee Hutson – Rubberneckers

Christian Lee Hutson

"Rubberneckers" heißt zu Deutsch so viel wie "Gaffer" und ist der Eröffnungstrack zum brandneuen Album vom US-Songwriter Christian Lee Hutson. Der macht zwar schon lange Musik – so richtig in Fahrt kam seine Karriere allerdings erst, als er die Künstlerin Phoebe Bridgers kennenlernte, die sofort ein Fan seiner Musik war. Das war 2018 und inzwischen hat er gemeinsam mit ihr und Conor Oberst nun zum zweiten Mal ein Album rausgebracht. "Quitters" heißt das neue Werk, dessen Songs allesamt von seiner Heimatstadt Los Angeles handeln. Einerseits von den Menschen, andererseits aber auch vom geographischen Wandel der 4 Millionen Metropole.

Jeremy Ivey – Orphan Child

Jeremy Ivey

Jeremy Ivey aus Nashville lässt seine Musik für sich sprechen: In seinen autobiografischen Texten setzt er sich mit seiner Vergangenheit und aktuellen Themen auseinander. Das Ergebnis ist Kunst, die sich hören lassen kann! In "Orphan Child" singt er darüber, wie es ist, zur falschen Zeit, am falschen Ort, im falschen Körper und für die falschen Leute geboren worden zu sein – ein Gefühl, dass er auf seine Adoption zurückführt. Darin bezeichnet er sich als Nomade und Durchreisender. Aber mit einer hervorragenden und positiven Pointe: "Yes, I'm an orphan but I'm better on my own".Der Multiinstrumentalist ist auch bekannt für seine Lieder mit seiner Ehefrau und Countrysängerin "Margo Price" (Hurtin‘ (On the bottle)).Unser ausgewählter Favorit "Orphan Child" ist aus seinem dritten Studioalbum "Invisible Pictures". Es ist eine Platte auf der Ivey erneut sein musikalisches Genie mit seiner Form des Storytellings offenbart.

Arlo Parks – Softly

Arlo Parks

Arlo Parks ist zurück! Und zwar mit einer brandneuen Single namens "Softly", die dieses Jahr im Februar erschienen ist. Die junge Künstlerin aus London hat bereits alle möglichen wichtigen Preise abgeräumt, die man als Newcomerin so gewinnen kann – und auch unsere Musikredaktion war von Anfang an verzaubert von ihren einfühlsamen Texten, verpackt in zeitlosen Indiepop. "Softly" handelt von der eigenen Zerbrechlichkeit am Ende einer Beziehung und beschreibt eine Person, die sich auf eine Trennung vorbereitet und sich gleichzeitig an die schönen Seiten der Beziehung erinnert. Dieses Jahr wird Arlo als Support u.a. für Harry Styles und Billie Eilish unterwegs sein – die Bezeichnungen Newcomerin und Geheimtipp haben sich also vermutlich erledigt.

The Delines – Kid Codeine

The Delines

Sie fragen sich, ob Country und Soul zusammenpassen? Die Gruppe The Delines aus Portland gibt die passende Antwort darauf: JA! Die siebenköpfige Band veröffentlichte dieses Jahr ihr drittes Studioalbum "The Sea Drift". Gitarrist und Sänger Willy Vaultin von The Delines ist ebenso Schriftsteller. Beim Songwriting werden deshalb natürlich großartige und einzigartige Geschichten geschrieben. Erzählungen, die in trostlosen Situationen Hoffnung spenden. Unser ausgewählter Favorit "Kid Codein" klingt fast schon ein wenig nach Poesie oder einem Roman, in dem die Hauptcharaktere perfekt beschrieben werden. Im Stück singt Gesangstalent Amy Boone über eine Kellnerin namens "Kid Codein". Diese Frau ist keine Fiktion, sondern begegnete Vaultin in den 1990er-Jahren tatsächlich in einer Bar. The Delines nehmen uns mit auf eine fesselnde Reise ihre Platte "The Sea Drift". Wer einmal das Ensemble entdeckt hat, wird es so schnell nicht vergessen.

Jordan Mackampa – Teardrops in a hurricane

Jordan Mackampa

Die Frage, welche Musiker den größten Einfluss auf ihn hatten, beantwortet Jordan Mackampa meist mit Marvin Gaye oder Bill Withers. Der sympathische Songwriter mit der souligen Stimme spielt schon seit er 12 ist Gitarre – und ungefähr so lange schreibt er auch schon seine eigenen Songs. Und zu erzählen hat er viel, geboren ist er in der demokratischen Republik Kongo, zog aber bereits mit einem Jahr mit seiner Mutter um nach London und lebt inzwischen in der kleinen Stadt Coventry nahe Birmingham. Seine Songs handeln viel von Rassismus und wie es ist, sich nicht zugehörig zu fühlen. Aber auch von schlimmen Trennungen, so wie unser Song "Teardrops in a hurricane" von seiner 2017er EP "Tales from the broken".

Cammy Emaharo – Real Love

Cammy Ennaharo

Eigentlich hatte Cammy Enaharo ihre 7 Sachen gepackt, um nach Los Angeles zu ziehen. Das war Anfang 2020 - wir wissen alle, was dann passiert ist. So blieb sie dann also doch erstmal im Keller ihres Elternhauses in der beschaulichen Stadt Rochester, Upstate New York, wohnen und begann die Songs für ihre aktuelle EP "Hard to look at" zu schreiben. Auf der ist auch unser Song "Real Love" zu finden. Der war eigentlich für ihre Band Gold Koa gedacht und sollte dementsprechend ganz anders klingen. Sie begann ihn nochmal komplett umzuschreiben und tauschte sogar ihre geliebte Bariton-Ukulele gegen eine Akustikgitarre ein – nur der Text blieb mehr oder weniger erhalten. 

Gerry Love – The World is Waiting

Gerry Love

Schon das Albumcover, das dem "Sgt. Pepper‘s Album" der Beatles nachempfunden ist, lässt erahnen: Die Platte "Under Cover" von "Frank Popp Ensemble" ist keine gewöhnliche! Wir lüften zuerst einmal das Geheimnis um das "Frank Popp Ensemble", das im Grunde genommen gar keines mehr ist. Das Ensemble ist eigentlich eine Ein-Mann-Band des Düsseldorfers Frank Popp. Es klingelt noch nicht? Aber an "Hip Teens Don’t Wear Blue Jeans" werden sich sicherlich noch einige Hörerinnen und Hörer erinnern.  Für "Under Cover" kommen 21 verschiedene Künstlerinnen und Künstler zusammen und schaffen eine außergewöhnliche Coverscheibe. Den Auftakt macht der schottische Musiker "Gerry Pop" mit der Coverversion "The World is Love", die im Original 2005 von Popp veröffentlicht wurde. "Gerry Love" ist der ehemalige Bassist und Sänger der Band "Teenage Fanclub" ("Sparky’s Dream") – Frank Popp selbst ist ein großer Fan der mittlerweile aufgelösten Gruppe.

Michelle Willis – Green Grey

Michelle Willis

Neben ihrem gefühlvollen Gesang und einem ausgeklügelten Songwriting ist Michelle Willis auch Keyboarderin. Die in England geborene und in Kanada aufgewachsene Künstlerin lebt seit 2016 in New York. Ihr musikalischer Lebenslauf ist schon vor ihrem Umzug an den Big Apple und ihrer Solokarriere beachtlich und nennenswert: Sie übte sich als Backgroundsängerin und spielte in Toronto wöchentlich Auftritte in verschiedenen Pianobars. Anfang April veröffentlichte die Multiinstrumentalistin ihr zweites Album "Just One Voice". Ihr grooviger Neosoul begeistert und wird von ihr ständig neu erfunden. Im Stück "Green Grey" zeigt Michelle Willis, wie außergewöhnlich und dennoch einzigartig ihr Sound sein kann – ein Song, der uns bis zum Ende begeistert.

Trombone Shorty, Lenny kravitz - Something Beautiful

Trombone Shorty

Selten war eine Posaune derart prominent, dass sie sogar im Künstlernamen vorkommt. Trombone Shorty, der eigentlich Troy Andrews heißt, nennt sich so, weil er bereits als kleiner Junge angefangen hat, Posaune zu spielen. Mittlerweile kamen noch viele andere Instrumente hinzu – wie beispielsweise Trompete oder unterschiedliche Arten von Trommeln. Mit Lenny Kravitz ist er schon seit langer Zeit gut befreundet – bereits 2005 standen die beiden gemeinsam auf der Bühne, damals bei Lennys Welttour, bei der Shorty die Blechblassektion anführte. Da überrascht es doch wenig, dass Lenny Kravitz nun wiederum in unserem Song "Something Beautiful" den Gesang übernommen hat.