Iran-Deal: Die Grenzen der EU

 Eine Frau geht mit ihrem Hund vor einem USA-kritischen Wandbild der Freiheitsstatue mit Totenkopf am Gebäude der ehemaligen amerikanischen Botschaft in Teheran vorbei.

Iran-Deal: Die Grenzen der EU

Nach Trumps Aufkündigung des Iran-Abkommens: Die EU möchte festhalten an diesem Vertrag, ist für eine Wiederbelebung aber zu schwach. Ein Kommentar von Ralph Sina.

Die EU hat keine Chance,  den Atomvertrag mit dem Iran zu retten. Sie weiß das. Und kämpft trotzdem. Als glaube sie allen Ernstes an das Unmögliche. Allen voran EU-Chefdiplomatin Helga Maria Schmid, die diesen Vertrag in einem unglaublichen Kraftakt zwölf Jahre lang verhandelt hat. Und die über 100 Seiten lange Endfassung schrieb. Mit dem Erfolg, dass der Iran die Atom-Bombe nicht weiterbaute. Von deren Fertigstellung er nicht mehr weit entfernt war. Doch der Atomvertrag mit dem Iran ist endgültig Makulatur. Irreparabel zerstört von Donald Trump. Der die Europäer völlig in der Hand hat, wenn es um den Iran geht.

Iran-Deal: Die Grenzen der EU

WDR 5 Morgenecho - Kommentar | 15.05.2018 | 01:43 Min.

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EU als Geisel Donald Trumps

Keine Bank in der EU wagt es Geld, nach Teheran zu überweisen. Kein französischer oder deutscher Autoproduzent wird dort ein Werk errichten. Und Airbus liefert keinen einzigen Jet mehr aus, um den alles beherrschenden US-Markt nicht zu verlieren. Die USA sind der größte Handelspartner der EU. Während die Islamische Republik Iran hinter Nigeria, Serbien und Kasachstan abgeschlagen auf Platz 33 der EU- Handelsbilanz liegt. Allenfalls europäische Hinterhofhändler, die nichts mehr zu verlieren haben sind noch an Tauschgeschäften mit Teheran interessiert. Die EU ist eine Geisel Donald Trumps. Nicht nur wenn es um den Handel mit dem Iran geht. Europa kämpft, um seine Maske nicht zu verlieren. Die Tarnung der eigenen Ohnmacht.

Redaktion: Patrick Fina

Stand: 14.05.2018, 17:28