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Die Union diskutiert die K-Frage: Ein Pro und Contra

Ralph Brinkhaus, Bundeskanzlerin, Angela Merkel, Markus Weber, Annegret Kramp-Karrenbauer und Markus Soeder (CSU)

Die Union diskutiert die K-Frage: Ein Pro und Contra

Die Union diskutiert, wer als Kanzlerkandidat oder -kandidatin geeignet wäre. "Klarheit hat Politik schon immer gut getan", meint Uwe Lueb in seinem Kommentar. "Weniger künstlicher Durchlauferhitzer wären jetzt wirklich angesagt", hält Evi Seibert dagegen.

"Klarheit hat Politik schon immer gut getan",
meint Uwe Lueb:

Monatelang rumgeheimnissen und mit großem Pomp dann irgendwann eine Kanzlerkandidatin, einen Kandidaten präsentieren – so war es immer. Es wäre gut, das mal zu durchbrechen. Die Menschen wollen wissen, mit wem sie es zu tun bekommen. Aus Umfragen ist schon lange bekannt, dass viele ihre Wahlentscheidung am Spitzenpersonal festmachen. Wenn Parteien was anderes behaupten, ist das falsch. Nicht von ungefähr richten sie nämlich ihre Wahlkämpfe auf Spitzenkandidaten aus. Wer ins Kanzleramt einzieht, hat Macht. Sie oder er gibt die politische Richtung vor. So viele Signale die CDU und übrigens auch die anderen Parteien gerade senden, wer das für sie sein könnte, so unklar ist damit, wofür sie stehen wollen. Umso besser wäre es für uns Wählerinnen und Wähler, unsere nächste Kanzlerin oder unseren nächsten Kanzler nicht nur im Wahlkampf zu erleben. Sondern sich möglichst früh und über einen längeren Zeitraum ein Bild machen zu können. Klarheit hat Politik schon immer gut getan – daher bitte möglichst rasch auch in Personalfragen.

Die Union diskutiert die K-Frage: Ein Pro und Contra

WDR 5 Morgenecho - Kommentar 13.06.2019 02:16 Min. Verfügbar bis 11.06.2020 WDR 5 Von Uwe Lueb / Evi Seibert

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"Weniger künstlicher Durchlauferhitzer wären jetzt wirklich angesagt",
meint Evi Seibert:

Klar ist es wichtig, wer sich als Kanzlerin oder Kanzler bewirbt. Menschen wählen sehr häufig Personen und nicht Parteiprogramme. Trotzdem möchten sie, dass diese Spitzenpolitiker dann arbeiten, Dinge umsetzen, das Land voranbringen. Diese nicht endenden Diskussionen ums Personalkarussell, wer was wo werden will – die vermitteln genau den gegenteiligen Eindruck. Dass nämlich "die da in Berlin" an nichts anderes denken als an Postenschieberei. Das fördert Politikverdruss. Dass in den letzten Tagen viele Gesetze und gute Initiativen von Ministern der großen Koalition vorgestellt wurden, geht dabei völlig unter. SPD und Union haben sich zusammengerauft bei der Pflege, bei der Einwanderung und der Abschiebung, bei Bildungsabschlüssen – lauter Themen, die unseren Alltag wesentlich stärker betreffen, als die Frage, ob jetzt Annegret Kramp-Karrenbauer vielleicht eine gute Kanzlerkandidatin wäre. Das hat übrigens auch was mit uns, den Medien selbst zu tun. Wenn es in Interviews um nichts anders mehr geht, als wer mit wem in welcher Partei die Strippen zieht, dann erweckt das genau diesen fatalen Eindruck. Inhalte sind vielleicht nicht so sexy wie "House of Cards"-Posten-Killer, aber mal ein bisschen mehr Substanz und weniger künstlicher Durchlauferhitzer wären jetzt wirklich angesagt.

Redaktion: Lucas Kreling

Stand: 12.06.2019, 14:04