Seehofer-Äußerung - irrlichternde Oppositionsrhetorik

Innenminister Horst Seehofer

Seehofer-Äußerung - irrlichternde Oppositionsrhetorik

Von Frank Aischmann

Innenminister Seehofer könnte mit klarer Kommunikationsstrategie erklären, was sein Ministerium praktisch tut und noch tun wird. Stattdessen befeuert er diffuse Bürger-Ängste mit seiner seltsam irrlichternden Oppositionsrhetorik, kommentiert Frank Aischmann.

Wie finden Sie diese Kurzanalyse? "Horst Seehofer ist der Opa aller Probleme in der Großen Koalition." Das klingt irgendwie schlüssig, ist stark vereinfacht, bringt niemanden weiter, also nutzlos,  Schwamm drüber.

Seehofer-Äußerung - eine irrlichternde Oppositionsrhetorik

WDR 5 Morgenecho - Kommentar | 07.09.2018 | 01:52 Min.

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Und damit zur, Zitat Seehofer, Migrationsfrage als Mutter aller politischen Probleme in diesem Land. Im Interview hat Seehofer präzisiert: Eine Partei rechts der Union konnte sich festsetzen, das Land sei gespalten, die Volksparteien verlören Rückhalt, ein Kurswechsel müsse her.

Und das verstehe ich nicht: Seit 13 Jahren hat dieses Land eine CDU-Kanzlerin, ihr zur Seite ebenfalls seit 13 Jahren ununterbrochen CDU- oder CSU-Innenminister, jetzt Seehofer, zuständig für Migration, innere Sicherheit, für das BAMF. Wenn wir Bürger uns also von der Politik vor allem Problemlösungskompetenz wünschen, dann hätte Horst Seehofer doch das beste aller Ministerien genau dafür gefunden.

Offensiv und mit klarer Kommunikationsstrategie könnte er erklären, was sein Ministerium, was die Bundesregierung so alles ganz praktisch tut und tun wird, Einwanderung trotz aller Probleme zum Erfolgsmodell zu machen.

Stattdessen immer wieder die seltsam irrlichternde Oppositionsrhetorik von Minister Seehofer inklusive Rücktrittsdrohung und nun der Blitzanalyse "Migration = Mutter aller Probleme". Was wirkt wie Sabotage der eigenen Kanzlerin und irgendwie im Bayernwahlkampf helfen soll, befeuert vor allem diffuse Bürger-Ängste vor einer Masseneinwanderung, die es überhaupt nicht gibt - und das ohne Not!  

Schwamm drüber, nächstes Thema - und vielleicht ist es ja Zeit für einen neuen, tatkräftigen Bundesinnenminister mit Blick nach vorn, nicht immer und immer wieder zurück.

Stand: 07.09.2018, 15:12