Das neue Kita-Gesetz: Mehr Geld ist immer gut - aber...

Kinderjacken und -rucksäcke in der Gaderobe einer Kita in Dormagen

Das neue Kita-Gesetz: Mehr Geld ist immer gut - aber...

Der Entwurf des "Gute-Kita-Gesetzes": Für Bundesfamilienministerin Giffey ein Meilenstein. Doch die Zusatzmillionen lösten keinesweg alle Kita-Probleme, meint Leo Flamm in seinem Kommentar.

Die gute Nachricht ist: Nordrhein-Westfalen bekommt aus Berlin mehr Geld für die Kitas. Die schlechte ist: Die für vier Jahre versprochenen Zusatzmillionen von Familienministerin Giffey lösen keineswegs alle Kita-Probleme. Und schon gar nicht sofort.

Das Land kann jetzt bis 2022 mit durchschnittlich etwa 300 Millionen Euro mehr vom Bund rechnen. Sie sollen investiert werden vor allem in mehr Personal, flexiblere Öffnungszeiten und mehr Qualität, wie es heißt. Problem Nummer eins dabei ist: Die zusätzlichen Erzieherinnen, die aktuell schon gesucht werden, müssen erst noch ausgebildet werden, es gibt sie derzeit gar nicht. Hinzu kommt die drohende Forderung nach besserer Bezahlung.

Kita-Gesetz: Mehr Geld löst nicht alle Probleme

WDR 5 Morgenecho - Kommentar | 19.10.2018 | 01:57 Min.

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Problem Nummer zwei ist: Die Bundesfamilienministerin will das Geld erstmal nur zurückhaltend ausgeben. 2019 kann NRW höchstens mit 120 Millionen Euro rechnen. Und tatsächlich soll die Finanzhilfe des Bundes auch noch für Gebührenfreiheit eingesetzt werden, und hier tut sich Problem Nummer drei auf. Allein die Befreiung der Eltern von den Kitagebühren würde in NRW pro Jahr mit 600 Millionen Euro zu Buche schlagen – das hat die SPD-Opposition berechnet.

Unter dem Strich bedeutet das Milliarden-Füllhorn der SPD-Familienministerin für Nordrhein-Westfalen sicher mehr als einen Tropfen auf den heißen Stein. Dennoch werden die alten Kita-Baustellen für das Land kaum kleiner: der weitere Ausbau der Kita-Plätze. Und - die insgesamt neue Kitafinanzierung, die bis 2020 notwendig ist  - trotz eines umfangreichen 500 Millionen-Hilfspakets. Denn Fakt bleibt nach wie vor: Wie unter rot-grün hat NRW auch unter schwarz-gelb im Bundes-Vergleich mit die geringste Versorgungsquote bei den Plätzen für unter Dreijährige.

Redaktion: Lars Krupp

Stand: 18.10.2018, 17:30