Deutsche Bahn: Konkurrenz belebt das Geschäft

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Deutsche Bahn: Konkurrenz belebt das Geschäft

Unter dem Druck der Fernbus- und Billigflug-Konkurrenz legt die Bahn eine neue und dauerhafte Sparpreis-Aktion vor. Eine gute Entwicklung, findet Michael Westerhoff. Sie zeigt, dass Konkurrenz funktioniert und das Geschäft endlich belebt.

"Mit dem neuen Super-Sparpreis machen wir für echte Schnäppchenjäger ein äußerst attraktives Angebot" – sagt ein Bahnvorstand zum neuen Ticket. Stimmt. Damit trifft er den Kern. Diese Schnäppchenjäger hat die Bahn nämlich in den vergangenen Jahren als Kunden verloren. Die haben auf eine Preisaktion der Billigflieger gewartet. Oder einen Fernbus gebucht. Bisher hat die Bahn diese Kunden freiwillig an die Konkurrenz abgegeben. Jetzt – Jahre nach der Einführung der Fernbusse – reagiert die Bahn endlich. Nachdem sie bereits mindestens 40 Millionen Reisende an Busunternehmer und Fluggesellschaften verloren hat.

Dass die Bahn jetzt endlich ein Gegenangebot macht, hat einen Grund. Flixbus greift das Staatsunternehmen inzwischen auch auf dem eigenen Geschäftsfeld – der Schiene - an. Im vergangenen Jahr sind die ersten Flixtrains gestartet. Züge unter anderem zwischen Köln und Hamburg. Beim Flixtrain liegt der Einstiegspreis noch niedriger. Die billigsten Tickets kosten nur um die zehn Euro. Flixtrain baut die Verbindungen seither kontinuierlich aus. Und plant bereits weitere Verbindungen. Unter anderem auf der wichtigen Strecke zwischen Köln über das Ruhrgebiet bis nach Berlin.

Konkurrenz belebt das Geschäft

Bevor es mit dieser privaten Eisenbahn-Verbindung losgeht, setzt die Bahn jetzt mit dem Super-Spar-Preis eine Duftmarke. Seht her, liebe Konkurrenz, wir können auch billig! Lautet die Kampfansage. Die Super-Spar-Preise belegen wieder einmal: Konkurrenz belebt das Geschäft. Ohne die Flixbusse und Flixtrains hätte sich vermutlich niemals etwas an der Preisstruktur der Bahn geändert.

Redaktion: Patrick Raulf

Stand: 28.05.2018, 17:08