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Kommentar: Eine AfD-Schlammschlacht ohne Sieger

Partei , AfD Alternative für Deutschland

Kommentar: Eine AfD-Schlammschlacht ohne Sieger

Von Christoph Ullrich

Ein Parteitag der nordrhein-westfälsichen AfD versinkt im Chaos. Neun Vorstände treten zurück, drei bleiben im Amt. Darunter zwei Vertreter mit Nähe zum völkischen Flügel. Ein Kommentar:

Die folgende Aussage ist jetzt keine Überraschung: Die NRW-AfD bleibt im Chaos hängen! Das war sie auch schon in den Monaten vor dem Parteitag in Warburg und das wird sie auch erst einmal bis zur regulären Neuwahl im Herbst oder Winter bleiben. Erst dann kann ein neuer Vorstand regulär gewählt werden.

Und solange hält ein kleiner Rest - überwiegend bestehend aus Vertretern des ultrarechten Parteiflügels - die Zügel in der Hand. Fragt sich nur welche? Was nämlich aussieht, wie ein Sieg des völkischen Flügels, der kritisch vom Verfassungsschutz auf Beobachtung überprüft wird, ist keiner.

Mehrheit wollte den Rücktritt aller Vorstände

Die Basis wollte überwiegend einen Rücktritt des gesamten Vorstandes. Dem kamen nur die Gegner der Ultrarechten nach. Sie können von sich behaupten, Rückgrat bewiesen zu haben. Heißt: Sie haben sich nichts vorzuwerfen. Während die zwei Flügelvertreter und Restvorstände Thomas Röckemann und Christian Blex jetzt symbolisch für das Klammern an Posten stehen.

AfD-Parteitag in Warburg: Schlammschlacht mit Chaos

WDR 5 Morgenecho - Beiträge 08.07.2019 03:21 Min. Verfügbar bis 06.07.2020 WDR 5 Von Christoph Ullrich

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Etwas, was eigentlich nur in den - so heißt es im AfD-Vokabular - Altparteien passiert. Und durch den Abbruch des Parteitags konnten keine neuen Vorstände gewählt werden. Die zwei ultrarechten Flügel-Leute müssen nun im Alleingang eine Organisation von 5.300 Mitgliedern leiten. Eine Organisation, in der sie keine Mehrheit haben.

Die Schlammschlacht geht weiter

Sie stehen außerdem einer Landtagsfraktion gegenüber, mit der eine Zusammenarbeit nur noch schwer vorstellbar ist. Und sie stehen für ein weitergehendes Chaos, dass die Partei bis zur nächsten regulären Vorstandswahl begleiten wird.

Die Gegner der Resttruppe von der Landes-AfD werden nämlich nicht schlafen und im eigenen Interesse jede Verfehlung öffentlich machen wollen. Die Schlammschlacht geht also weiter. Der ganz Rechte Flügel hat mitnichten an Einfluss in der NRW-AfD gewonnen. Aber: Seine Gegner haben noch lange nicht gewonnen.

Stand: 07.07.2019, 15:41