Stickstoffdioxid an Menschen getestet - Viel Lärm um wenig

Autoauspuff mit Abgasen

Stickstoffdioxid an Menschen getestet - Viel Lärm um wenig

An der RWTH Aachen wurde Stickstoffdioxid an Menschen getestet. Wenig skandalös meint Ruth Schulz aus der WDR-Wissenschaftsredaktion in ihrem Kommentar. Denn die Tests wurden von einer Ethikkommission geprüft und die Probanden wussten, was sie tun.

Entsetzlich! Ethisch nicht vertretbar! Man ist natürlich noch immer empört darüber, dass deutsche Autobauer die Abgaswerte ihrer Modelle manipuliert haben, um Dieselmotoren zu puschen. Merkwürdig eigentlich, dass VW im vergangenen Jahr weltweit trotzdem so viele Autos verkauft hat wie nie. Der Abgasskandal schien fast vergessen.

Stickstoffdioxid an Menschen getestet - Viel Lärm um wenig

WDR 5 Morgenecho - Kommentar | 30.01.2018 | 01:34 Min.

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Und jetzt diese Aufregung?

25 junge Menschen haben Stickstoffdioxid eingeatmet. Drei Stunden lang, einmal pro Woche, insgesamt vier Mal. Alle waren gesund, hatten kein Asthma, waren Nichtraucher. Sie wussten, was sie tun. Sie haben nicht etwa Autoabgase eingeatmet, sondern das Stickstoffgas in verschiedenen Konzentrationen. So wie es auch an Arbeitsplätzen von Stahlarbeitern oder KFZ–Mechatronikern vorkommen kann. Es ging hier nicht in erster Linie um Autoabgase, sondern um Grenzwerte am Arbeitsplatz.

Die Ethikkommission der Uniklinik Aachen hat die Studie geprüft. Sie hatte keine Bedenken.

Die Versuchspersonen waren auch nach dem Test gesund. Man fand keine deutlichen Veränderungen. Tests an Menschen sind wichtig, wenn sie sorgfältig und unabhängig beurteilt werden. Man kann eben nicht alles in Tierversuchen herausfinden. Diese kleine Studie ist kein Grund zur Aufregung.

Redaktion: Stefan Pößl

Stand: 29.01.2018, 17:52