Pro Silvesterfeuerwerk: Es muss krachen!

Panoramablick auf das Kölner Silvesterfeuerwerk

Pro Silvesterfeuerwerk: Es muss krachen!

Von Anna Sebastian

Erwiesenermaßen steigen die Feinstaubwerte dramatisch durch das Feuerwerk, aber was soll's: Einmal im Jahr muss die Vernunft hintenanstehen, so Anna Sebastian in ihrem Kommentar.

Silvester-Mitternacht – da stoße als erstes ich mit einem Glas Sekt auf das neue Jahr an, aber das Feuerzeug zappelt schon ungeduldig in der Hosentasche. Es wartet darauf, die erste Rakete zu zünden. Toll.

Allein das Geräusch, wenn die hochgeht und dann am Himmel explodiert. Die lauten Böller, die brauche ich nicht, aber dafür gerne Knallfrösche und Teppiche und Kreisel und Heuler und Vulkane.

Um Geld geht es nicht

Für mich: ganz groß, immer wieder aufregend, und es macht mir Riesenspaß. Jedes Jahr, wirklich jedes, kaufe ich eine schöne Mischung und jedes Jahr ist das alles viel zu schnell verballert. "Zünd' doch gleich nen 50-er an", sagt mein Kollege. Aber um Geld geht es hier gar nicht, finde ich. Hier geht es allein um Spaß. Zugegeben: Das ist nur ein Argument – aber ein starkes.

Trotzdem – aufgewachsen bin ich eigentlich mit dem Spruch "Brot statt Böller", aber könnte es nicht auch heißen "Brot UND Böller"? Es hält einen ja keiner davon ab, trotzdem was zu spenden. Oder vielleicht sogar gerade weil man hier Geld verpulvert, dort auch welches zu spenden.

Einmal im Jahr etwas Unsinniges tun dürfen

Silvesterfeuerwerk – ist natürlich nicht gut für die Umwelt und nachhaltig schon gar nicht. Sind Weihnachtsbäume aber auch nicht. Darf man nicht einmal im Jahr etwas machen, was nicht so richtig sinnvoll ist? Was sogar ganz bewusst unsinnig ist? Für mich ist das Silvesterfeuerwerk eine schöne Tradition, es zischt und funkelt, man kommt mit Nachbarn ins Gespräch, die Kinder sind begeistert. Und ein schöner Nebeneffekt: Beim Raketenkaufen werde ich jedes Jahr nach dem Ausweis gefragt, auch noch mit 36!

Redaktion: Dirk Müller

Pro Silvesterfeuerwerk: Es muss krachen!

WDR 5 Morgenecho - Kommentar | 29.12.2017 | 01:47 Min.

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Stand: 28.12.2017, 17:19