Contra Silvesterfeuerwerk: Leise wechselt das Jahr!

Person hält Feuerwerkskörper in der Hand

Contra Silvesterfeuerwerk: Leise wechselt das Jahr!

Von Ludger Kazmierczak

Was soll das? Alle Jahre wieder werden viele Millionen Euro verballert, nur für ein paar Minuten Lärm und Dreck. Das sollten wir uns sparen, so Ludger Kazmierczak in seinem Kommentar.

Nichts ist so überflüssig wie ein privates Silvesterfeuerwerk. Es verpestet die Luft, macht heillosen Krach, verschreckt die Tiere und reißt kleine Kinder aus dem Schlaf. Sinnloser können wir unser Geld gar nicht verpulvern. In diesem Jahr werden es wohl 137 Millionen Euro sein. Dafür könnte ich 17 Millionen Mal ins Kino gehen oder 450.000 alten Menschen einen Rollator kaufen.

Klar, man muss nicht jeden Cent in Vernunft investieren. Nein, ein bisschen Blödsinn darf schon sein. Ich fahre auf der Kirmes ja auch Achterbahn oder setze mich in den Breakdancer. Aber danach ist mir wenigstens schlecht. Von dem Geballer und Gezische bleibt doch nichts – außer Dreck. Oder finden Sie, dass die sechs Goldraketen für 8,99 mächtigen Eindruck am Himmel hinterlassen? Nein, schön ist das nicht – nur laut. Erst recht, wenn der Böller im Briefkasten der Nachbarn hochgeht oder die Mülltonne an der Bushaltestelle zerfetzt.

Warum nicht wie die Australier das Silvester-Feuerwerk in professionelle Hände geben?

Wer Spaß an prächtigen Himmelsbildern, an Glanz und Sternen hat, der kommt doch mit dem Feuerwerksgedöns, das uns die Discounter und Baumärkte anbieten, nicht auf seine Kosten.

Warum machen wir es nicht, wie die Australier? Da ist das Abfeuern von Krachern und Raketen verboten. Dafür investiert die Stadt Sydney jedes Jahr ein paar Millionen Euro in das vermutlich spektakulärste Silvester-Feuerwerk der Welt. Das ist auf eine Location begrenzt, dauert 12 Minuten, ist eine Riesen-Show und danach ist alles vorbei.

Kein Gejammer am 1. Januar, bitte!

Aber ich will natürlich kein Spielverderber sein. Ich gönne jedem seinen „Lord of Whistle“, seinen „Painted Sky“ oder „Shock Attack“.

Nur möchte ich am 1. Januar nicht hören, wie schlecht es uns geht, weil alles teurer geworden und die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden. Nein, solange wir an einem einzigen Abend, 137 Millionen Euro in die Luft blasen, geht es uns gut genug – viel zu gut!

Redaktion: Dirk Müller

Contra Silvesterfeuerwerk: Leise wechselt das Jahr!

WDR 5 Morgenecho - Kommentar | 29.12.2017 | 01:56 Min.

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Stand: 28.12.2017, 18:05