Hundekot: Wir wollen doch alle "nur spielen"!

2 Hunde werden Gassi geführt

Hundekot: Wir wollen doch alle "nur spielen"!

Hundehalter in Werne tun künftig gut daran, nur noch mit Kottüte Gassi zu gehen: Die Stadtverwaltung hat das Bußgeld für hinterlassene Hundehaufen auf 200,- Euro erhöht. Richtig, so Willi Schlichting in seinem Kommentar, aber: Wer kontrolliert?

"Ja, das hast du aber fein gemacht." So sprechen Hundehalter mit dem lieben Hundchen. Nicht so fein machen es viele Hundehalter selbst, die den Haufen als tickende Stinkbombe einfach liegen lassen. Und wer je mit einem Zahnstocher fein profilierte Sohlen von Kinderschuhen gereinigt hat, der will bei diesem Thema nicht mehr "nur Spielen". Der freut sich ganz ernsthaft über die Entscheidung der Stadt Werne, das Bußgeld für die Hinterlassenschaft' von 35 auf 200 Euro zu erhöhen. Egal, ob "Wuffi" auf den Gehweg gemacht hat oder auf den Spielplatz.

Hundekot: Wir wollen doch alle "nur spielen"!

WDR 5 Morgenecho - Kommentar | 08.03.2018 | 02:53 Min.

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Köln kann auch abschrecken mit bis zu 500 Euro, hat aber eine Spanne von 45 bis 500 eingebaut. Je nach Örtlichkeit. Das mildert den Schrecken. Da sind die Westfalen cleverer. Wir reden über viel Geld für ein bisschen Hundedreck, doch meinetwegen kann man da gern noch eine Null dran hängen. Denn schließlich soll das Bußgeld ja abschrecken. Und da beginnt nach der Freude die Ernüchterung: Hunde sollen ja "soziale Wesen" sein, aber wie steht’s mit Frauchen und Herrchen? Viele Hundehalter scheren sich ja auch nicht um den Leinenzwang vorne am Vierbeiner, warum sollten sie sich dann für das andere Ende des Tieres interessieren.

Zu wenig Kontrolle

Wer sich rührend um des Menschen besten Freund kümmert und zugleich auf das Wohl seiner Mitmenschen … (Pünktchen, Pünktchen), den wird die Strafe nicht schrecken, wenn die Kontrolle fehlt. Denn das eint die Kommunen im Kampf gegen den Hundekot: Ertappt wird kaum jemand, weil die Ordnungsämter zu wenig Personal haben. Werl hat 1,5 Stellen für die Kontrolle des öffentlichen Parkraums. Daran wird sich auch nach der Erhöhung des Bußgeldes nichts ändern, weil Geld für mehr Stellen fehlt. Viele Städte verteilen als positiven Anreiz kostenlose Beutel an Hundehalter. Pädagogisch sicher sinnvoll – Sanktionen und Anreize. Für alle, die sich den stinkenden Schuh gereinigt haben und auch noch die Beutel für Hundehalter mitfinanzieren dürfen, ist das ein dicker Hund. Werl macht das nicht: wer sich einen Hund zulegt, muss den Beutel mitbringen. Ja, das scheint für manche viel verlangt, doch es gibt Hoffnung. Immer wieder sind die vielen guten Hundehalter und Halterinnen zu sehen: ausgetreckter Arm, schwankendes Tütchen in der Hand und reines Gewissen. Recken Sie den Daumen hoch bei einer solchen Begegnung und bestätigen sie so das positive Verhalten. Hundehalter kennen das von der Erziehung ihres Vierbeiners.

Und die asozialen Hundebesitzer; können die weiterhin die Geschäfte ihres Lieblings liegen lassen? Ein Vorschlag an die Kommunen: "Haufengeldjäger" könnten die durch die Grünanlagen ziehen und auf eigene Rechnung aus Hundedreck Geld machen. Jeder erwischte Halter zahlt 200 Euro und die Sache trägt sich selbst, bis es alle kapiert haben. Denn wir alle wollen im Stadtpark "doch nur spielen!"

Redaktion: Maike Westphal

Stand: 07.03.2018, 17:52