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Brecht: "Ich komme gleich nach Goethe"

Tom Schilling (l.) spielt den jungen und Burghart Klaußner den älteren Brecht in Breloers Dokudrama.

Brecht: "Ich komme gleich nach Goethe"

Heinrich Breloer hat mit seinen Filmen schon viele Figuren der deutschen Geschichte zu neuem Leben erweckt. Nun also Bertolt Brecht. Über Jahrzehnte hat er mit Brechts Weggefährten gesprochen, darüber ein großartiges Buch geschrieben und im Anschluss mit einem Starensemble verfilmt.

Verkörpert wird Brecht in den Spielszenen in frühen Jahren von Tom Schilling, in den mittleren bis zu Brechts Tod von Burghart Klaußner, der mit Breloer diesen Abend bestreitet. Abwechselnd erzählen und lesen sie Anekdoten aus Brechts Leben und ergründen im Gespräch mit Moderatorin Bettina Böttinger, wer er eigentlich war, dieser Brecht.

Bei Breloer tritt nicht der Mann auf, der heute als Vorbild gefeiert wird, kein Demokrat, kein Wegbereiter der modernen Unterhaltungsindustrie. Wir erleben vielmehr einen wandelnden Widerspruch, der Anziehung und Abstoßung gleichermaßen provoziert. Breloer kommt zu dem Schluss: Für sich wollte Brecht alles zugleich, aber für die anderen?

Und so begegnen wir auf der Veranstaltung der Litcologne 2019 statt einem Klassiker, dem Menschen in einer aufregenden, romanhaften Lebenserzählung.

Moderation: Bettina Böttinger
Lesung: Burghart Klaußner

Buchangaben:
Heinrich Breloer: Brecht. Roman seines Lebens, Kiepenheuer & Witsch, Berlin 2019. 528 Seiten, 26,- Euro.