Uwe Timm und sein Roman "Ikarien"

Uwe Timm und Christian Schärf

Uwe Timm und sein Roman "Ikarien"

Die Gemeinde Ikarien war im späten 19. Jahrhundert in Amerika der Schauplatz eines sozialutopischen Projekts. Zu den Besuchern gehörte der Rassetheoretiker Alfred Ploetz; seine Biografie rekonstruiert Timms' Roman "Ikarien".

Alfred Ploetz war Arzt und Nationalökonom, im Jahr 1936 sogar Kandidat für den Nobelpreis. Er war fasziniert von dem Gedanken, durch Selektion des Erbgutes eine Gesellschaft zu schaffen, in der alle gleich sind. Später stellte er seine ursprünglich sozialistisch gedachten Ideen in den Dienst der Nationalsozialisten und wurde zum engagierten Verfechter der Rassehygiene. Uwe Timm erzählt die Geschichte aus der Perspektive eines amerikanischen Offiziers, der 1945 nach Deutschland kommt und einen Weggefährten von Ploetz trifft. "Ikarien" ist ein historischer Roman, der die Ursprünge der Rassetheorie mit der Geschichte Nachkriegsdeutschlands und der Aufarbeitung der Nazi-Verbrechen verwebt.

Ausschnitte einer Veranstaltung der Litcologne Spezial 2017

Moderation: Christian Schärf
Redaktion: Christiane Erhard
Bearbeitung: Cornelia Müller

Buchangaben:
Uwe Timm: Ikarien
Kiepenheuer & Witsch 2017, 512 S., 24,- Euro

Stand: 10.04.2018, 10:43