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Zum Tode von Wiglaf Droste

Wiglaf Droste mit Hut.

Zum Tode von Wiglaf Droste

Der Autor und Satiriker Wiglaf Droste ist tot. Er starb am Mittwoch (15. Mai 2019) im Alter von 57 Jahren.

Droste, 1961 im ostwestfälischen Herford geboren, galt als gnadenloser Kritiker deutscher Zustände. Er begann seine Karriere Ende der 80er Jahre als Redakteur bei der Berliner taz und wechselte kurz darauf zum Satiremagazin Titanic. Später gründete er das "Benno-Ohnesorg-Theater“ an der Berliner Volksbühne. Seine Auftritte als Sänger mit dem "Spardosen-Terzett“ sorgten für volle Häuser. Seit 2011 schrieb er Kolumnen für die Zeitung "junge Welt“. Die letzten Jahre lebte er zurückgezogen im fränkischen Pottenstein.

Wiglaf Droste polarisierte. Niemand war vor seinem Spott sicher. Und nicht jeder konnte über seine Texte lachen. Gelegentlich musste er von seinen Honoraren Schadensersatz bezahlen. Doch die sprachliche Qualität seiner scharfen Polemiken war unübersehbar und brachte ihm unzählige Preise ein. Fans verglichen ihn mit Kurt Tucholsky.

Der Autor und Satiriker war auch in Sendungen und Veranstaltungen von WDR 5 immer wieder zu Gast, zum Beispiel bei den WDR-Vorlesern. Im Frühjahr 2006 führte Gisela Steinhauer mit ihm ein Tischgespräch, das wir aus Anlass seines Todes wiederholen.

Redaktion Michael Lohse und Volker Schaeffer

Stand: 16.05.2019, 14:51