Warum schwimmen Klöße an der Wasseroberfläche, wenn sie gar sind?

Ein Knödel wird mit einer Schöpfkellle aus einem Topf geholt

Die Kleine Anfrage - Schwimmende Knödel

Warum schwimmen Klöße an der Wasseroberfläche, wenn sie gar sind?

Von Alexandra-Christina Rank

Mancher Koch braucht keine Uhr, um festzustellen, ob die Klöße im Topf fertig sind. Denn egal ob Kartoffel-, Grieß-, Semmel oder Germknödel – alle eint eine Eigenschaft: Im Laufe des Garens steigen sie an die Wasseroberfläche. Warum?

Beim Kneten der Kloßmasse und Formen der Kugeln gelangen kleine Luftbläschen in den Teig, die mit dem bloßen Auge nicht erkennbar sind. Trotzdem ist das Gewicht eines rohen Knödels größer als das von Wasser, sodass er beim Einlegen in den Topf erst einmal untergeht oder zumindest tief ins Wasser eintaucht – je nach Salzgehalt des Kochwassers.

Luftbläschen werden heiß

Das Wasser erhitzt den Kloß von außen nach innen, sodass sich allmählich auch die kalten Luftbläschen im Inneren erwärmen. Die Hitze fördert zudem das Verdunsten von Feuchtigkeit im Kloß, auch dadurch entstehen Blasen. Da die Stärke in der Zwischenzeit im heißen Wasser klebrig wird und so die Hülle des Kloßes quasi abdichtet, können Luft und Wasserdampf aus dem Kloß kaum entweichen.

So wird der Kloß beim Garen größer – aber sein Gewicht verändert sich nicht. Damit verringert sich aber das spezifische Gewicht des Knödels und er wird schwimmfähig.

Dichteveränderung beim Garen

Während sich an der Masse des Knödels nichts ändert, nimmt das Volumen des Kloßes zu. Das führt zu einer geringeren Dichte – der Kloß treibt an die Wasseroberfläche. Beim Kochen dehnen sich die Blasen im Kloß aus, das spezifische Gewicht nimmt ab und der Kloß steigt nach oben.
Ist ein Topf proppenvoll mit Klößen, so versucht jeder so hoch wie möglich aus dem Wasser aufzusteigen, sie springen quasi übereinander.

Treibende Klöße bedingt gar

Schwimmende Klöße an der Oberfläche sind keine Garantie, dass sie auch im Inneren durch sind. Je nachdem wie groß sie geformt sind, benötigen sie unterschiedlich viel Zeit zum Garen. Deswegen empfehlen Köche, die schwimmenden Klöße noch für kurze Zeit im Wasser ziehen zu lassen.
Lugen die Klöße im Topf hervor, wird es also höchste Zeit den Tisch zu decken, Fleisch und Sauce bereitzustellen und zum Essen zu rufen.

Redaktion:
Martin Gent

Stand: 18.09.2014, 16:05