Alles Physik! - Folge 44 - Gurke auf Smartphone

Rooch, Aeneas und Tolan, Metin bedienen Smartphone mit Gurke

Alles Physik! - Folge 44 - Gurke auf Smartphone

Von Aeneas Rooch

Wer mit dem Finger auf ein Smartphone tippt, bringt unsichtbare Energiespeicher aus dem Takt. So merkt das Smartphone, wenn jemand klickt oder wischt. Doch es geht nicht nur mit dem Finger, sondern auch mit einer Gewürzgurke oder einer Wurst.

Unter der Glasscheibe des Smartphones befindet sich ein Netz aus elektrischen Leitern, in dem Ladungen gespeichert werden können; es ist ein Netzwerk aus winzigen Kondensatoren. Einen solchen Kondensator kann man sich wie zwei getrennte Platten vorstellen, die elektrisch geladen werden können. Je nach dem, welchen Stoff man zwischen diese Platten bringt und wie groß diese Platten sind, kann ein Kondensator mehr oder weniger Ladungen speichern.

Ein Finger besteht im Wesentlichen aus Wasser, und durch die Glasscheibe hindurch wirkt er auf die Kondensatoren und verändert die Menge an Ladungen, die sie aufnehmen können, das heißt ihre Kapazität. Anschaulich kann man sich vorstellen, dass man die Kondensatorfläche vergrößert und Wasser zwischen die zwei Kondensatorplatten bringt. Das erhöht die Kapazität, was vom Smartphone registriert und als Berührung interpretiert wird – ein Smartphone-Display ist ein sogenannter "kapazitiver Touchscreen".

Die Kapazität lässt sich auch mit einer Gurke oder mit einer Wurst ändern, denn auch sie enthalten Wasser, nicht aber mit einem Handschuh oder den meisten Plastikgegenständen. Es gibt allerdings spezielle Eingabestifte, sogenannte Touchpens, die Strom leiten und dadurch ebenfalls das Fassungsvermögen der kleinen Ladungsspeicher im Display verändern, sodass es die Berührung bemerkt.

Redaktion:
Peter Ehmer

Stand: 01.04.2016, 10:29