Alles Physik! Folge 17: Die Physik des Parfümierens

Die Physik des Parfümierens

Alles Physik! Folge 17: Die Physik des Parfümierens

Von Aeneas Rooch

Ein Parfümzerstäuber ist faszinierend, nicht nur wegen des Duftes: Mit einem einfachen Luftstoß lässt sich flüssiges Parfüm in Nebel verwandeln. Dahinter steckt ein kompliziertes physikalisches Prinzip, das auch Blumenspritze, Deospray und Lackierpistole nutzen.

Es lässt sich mit einer Pressluftpistole, einem Glas Wasser und einem oben angespitzten Strohhalm vorführen: Stellt man den Strohhalm in ein Glas Wasser und pustet mit der Pressluftpistole über die obere Öffnung, entsteht ein Sprühnebel.

Das Geheimnis ist die hohe Luftgeschwindigkeit: Wo in Gasen oder Flüssigkeiten eine hohe Geschwindigkeit herrscht, entsteht ein niedriger Druck, und dieser niedrige Druck an der oberen Strohhalmspitze saugt das Wasser aus dem Glas nach oben. Dieser Zusammenhang zwischen Druck und Geschwindigkeit wird durch das wichtigste Gesetz der Strömungslehre, den Satz von Bernoulli, beschrieben. Oben an der Spitze entstehen durch die Luftströmung nun Turbulenzen und verwirbeln die Flüssigkeit, sodass sie in winzige Tröpfchen, den feinen Nebel, auseinandergerissen wird.

Wissenschaftler erforschen, wie genau das abläuft, wie groß die Tröpfchen sind, die entstehen, wie sie fliegen, wie sie sich verteilen und wie all das berechnet und simuliert werden kann, denn Zerstäuben ist technologisch von enormer Bedeutung, etwa beim Beschichten von Bauteilen oder beim Einspritzen von Benzin in Motoren.

Redaktion:
Peter Ehmer

Stand: 21.09.2015, 16:05