Alles Physik! Folge 05: Die Wissenschaft vom Kleckern

Autor Aeneas Rooch sitzt am Tisch mit einem Mann

Alles Physik! Folge 05: Die Wissenschaft vom Kleckern

Von Aeneas Rooch

Ein Kaffeefleck ist, physikalisch betrachtet, erstaunlich: Ob bei Klecksen auf der Untertasse, einem kleinen Rest in der Kaffeetasse oder dem Tassenabdruck auf dem Tisch – in der Mitte ist der Fleck immer blass, außen ist er dunkel.

Der Kaffee verdunstet nicht gleichmäßig: Am Rand des Flecks verdunstet mehr Flüssigkeit, als in der Mitte. Das liegt daran, dass die Randbereiche vom Volumen her größer sind, als die relativ kleine Fläche in der Mitte des Flecks. Nun passiert folgendes: Da Flüssigkeiten sich immer gleichmäßig verteilen wollen, muss Kaffee von der Mitte nach außen nachfließen. Die braunen Schwebteilchen wandern mit und lagern sich schließlich außen ab.

Alles Physik! Kaffeeflecken - innen hell, außen dunkel (29.06.2015)

WDR 5 Leonardo | 29.06.2015

Dieser spannende Effekt wurde erst 1997 von Physikern erklärt, und er ist nicht nur beim Kaffeetrinken von Bedeutung: Zu verstehen wie Flüssigkeiten mit Pigmenten trocknen, ist auch für Farben und Lacke wichtig. Wissenschaftler haben durch Experimente herausgefunden, dass der typische Kaffee-Fleck-Effekt, bei dem Pigmente nach außen an die Ränder wandern, nicht auftritt, wenn die Pigmente nicht rund sind wie beim Kaffee, sondern länglich: Dann verhaken sie sich und füllen den Fleck beim Trocknen gleichmäßiger aus. 

Redaktion:
Peter Ehmer

Stand: 29.06.2015, 16:05