Der Sitzkreis und seine (oft vertanen) Chancen

 Bei einer Stadtmöbel-Performance werden auf dem Münchner Marstallplatz im Rahmen des 28. Evangelischen Kirchbautags Stühle nach liturgischen Vorgaben aufgestellt. Die Kreisform soll eine Gemeinde symbolisieren.

Der Sitzkreis und seine (oft vertanen) Chancen

Von Maria Riederer

Am Anfang saß der Mensch am Feuer, im Kreis mit den anderen. In der Mitte das Notwendige: Wärme, Kochstelle, Licht. Jeder konnte jedem in die Augen blicken, ein Kreis kennt keine Hierarchie.

Auf dieser Basis ruht die Idee des Circe Way oder "Weg des Kreises", den verschiedene Gruppierungen als Grundlage ihrer Zusammenkünfte praktizieren. So z.B. die amerikanischen Autorinnen Christina Baldwin und Ann Linnea. Sie sehen bei Sitzkreisen: "A leader in every chair". Auch in Kirchenkreisen ist der Sitzkreis eine beliebte Form – und wird doch auch kritisch gesehen. "Es reicht nicht, ein bisschen Tüll in die Mitte zu werfen oder Stühle im Kreis aufzustellen. Das kann auch einfach peinlich sein.", sagt Martin Horstmann von der Kölner Melanchthon-Akademie. Und sieht doch große Chancen für eine Kreiskultur in Kirchengemeinden – wenn man erkennt, was wirklich in die Mitte gehört.

Der Sitzkreis und seine (oft vertanen) Chancen

WDR Lebenszeichen | 29.10.2017 | 28:56 Min.

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Redaktion: Theo Dierkes

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Stand: 20.10.2017, 12:53