Den Boten töten - Von Propheten und anderen Überbringern schlechter Nachrichten

Den Boten töten - Von Propheten und anderen Überbringern schlechter Nachrichten

Von Ulrike Burgwinkel

Die Legende erzählt, dass in der Antike und noch bis in das Mittelalter hinein die Überbringer schlechter Nachrichten getötet wurden. Nachzuweisen ist das allerdings nicht. Dem Boten selbst wurde das Unglück angelastet.

Symbolbild: Ein nach unten gerichteter, ausgestreckter Daumen, im Hintergrund negativ verzogene Mundwinkel derselben Person.

Das zeugte nicht von Dankbarkeit der Nachrichtenempfänger, obwohl genau diese Botschaft eine große Hilfe sein konnte, z.B. im Kampf eine neue Strategie zu entwickeln oder schleunigst den Posten zu räumen. Propheten widerfuhr mitunter das gleiche Schicksal, sie wurden missachtet, gequält und ermordet. Heute hilft das Internet bei der Gefahrenumgehung durch Entpersonalisierung. Schlussmachen oder Kompromittieren per Facebook, Botschaften an die Twittergemeinde, so geht das einfacher als face-to-face. Schlechte Nachrichten überbringt niemand gern. Weder die "Tatort"-Kommissare, wenn sie die Familie des Mordopfers informieren müssen, noch der Arzt, wenn er die unheilbare Krankheit mitteilen oder der Personalchef, der Entlassungsgespräche führen muss.

Redaktion: Gerald Beyrodt

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Stand: 12.08.2016, 15:53