Schamanismus im digitalen Zeitalter

Symbolbild: Schamane Elvil Chilbiir-Kam (Olard Dixon), Mitglied der Tyva Republic's Organization der Tyva Schamanen.

Schamanismus im digitalen Zeitalter

Von Rolf Cantzen

Alle sitzen im Kreis auf dem Fußboden der Altbauwohnung. Jeder soll einen Zettel mit Gebeten an das Universum in die Mitte gleich legen. Die Schamanin verbrennt Kräuter, schlägt die Trommel und beginnt "indianisch" zu singen, wie sie erklärt.

Sie dankt dem Universum, Mutter Erde, den "Spirits" und den Ahnen, gibt eine Zigarette mit heiligem Tabak herum und fordert die Anwesenden auf, ihre Krafttiere zu rufen und ihre Wünsche zu formulieren. Ethnologen zufolge war der Schamanismus ein weltweites Phänomen, bevor die monotheistischen Religionen ihn verdrängten. Rituale, Trancen, Grenzerfahrungen, Reisen in eine "Anderswelt" und Visionssuchen sollen den Menschen vermitteln, dass die Welt und sie untrennbar verbunden sind und einen sinnvollen Zusammenhang bilden. Einige Religionswissenschaftler sprechen von einer "Wiederverzauberung der Welt", andere schlicht von "Ethnokitsch“.

Schamanismus im digitalen Zeitalter

WDR Lebenszeichen | 20.05.2018 | 28:56 Min.

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Redaktion: Gerald Beyrodt

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Stand: 11.05.2018, 12:45