Gerechtigkeit und Religion - Gottgegeben oder menschengemacht.

Arbeiter positionieren die an einem Kran hängende Justitia-Figur auf dem Gerechtigkeitsbrunnnen auf dem Römerberg. Im Hintergrund rechts ist die Alte Nicolaikirche zu sehen.

Gerechtigkeit und Religion - Gottgegeben oder menschengemacht.

Von Christoph Fleischmann

Die Frage nach der Gerechtigkeit ist eine Grundfrage des menschlichen Lebens; die sich überall stellt, wo Menschen zusammenleben: Wem steht was zu von Gütern, die gemeinsam hergestellt werden? Dies ist ursprünglich keine religiöse Frage, aber Gerechtigkeit ist oft mit der Religion verbunden worden.

Gott wurde auch zum Garanten einer Gerechtigkeit, die die Menschen nicht verwirklichen konnten: Nach dem Tod wurde das letzte Gericht erwartet. Die Sozialisten sahen darin nur noch eine Vertröstung; sie wollten die Gerechtigkeit zurück auf die Erde holen. Aber die irdischen Gerechtigkeitsvorstellungen hatten sich mit Hilfe von Theologen schon längst verändert: Gerecht war seit frühkapitalistischen Zeiten nicht mehr, dass alle das Lebensnotwendige bekommen, sondern dass jeder mit seinen Gütern frei handeln darf. Eine Vorstellung, die uns noch heute prägt.

Gerechtigkeit und Religion - Gottgegeben oder menschengemacht.

WDR Lebenszeichen | 11.11.2018 | 27:34 Min.

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Redaktion: Christina-Maria Purkert

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Stand: 02.11.2018, 15:40