Gut leben statt besser leben

Bolivianische Indianer warten auf ein Ritual zum Dank an "Pachamama" oder "Mutter Erde",  Tiwanaku, Bolivien.

Gut leben statt besser leben

Von Karl-Ludolf Hübener

"Gut leben" wird nicht selten verstanden als leben in Glück und Wohlstand. Papst Franziskus griff dagegen in einer Rede in Bolivien mit "buen vivir" eine indianische Idee aus den Anden auf.

Ihm ging es dabei nicht um ein angenehmes, sorgenfreies Leben. Das "Gute Leben" betont danach das harmonische Zusammenleben zwischen Mensch und Natur. Der Papst stellte das herrschende System des hemmungslosen Konsums in Frage: "Diese Wirtschaft zerstört die Mutter Erde." Die Pachamama muss davor geschützt werden, wissen seit langem Indianer in den Anden wie im Regenwald. "Buen vivir" ist in Bolivien und Ecuador bereits Ziel staatlicher Politik. Die Natur hat ebenso ihre Rechte wie der Mensch. Etwa ein Recht darauf, nicht ausgeplündert, verwüstet und misshandelt zu werden.

Redaktion Theo Dierkes

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Stand: 04.03.2016, 10:20