Nicht ich war gemeint! - Das Leben von "Ersatzkindern"

Ein Kind an einem grab mit einer erwachsenen, weiblichen Person.

Nicht ich war gemeint! - Das Leben von "Ersatzkindern"

Von Irene Dänzer-Vanotti

Für eine Familie scheint es zunächst ein großes Glück zu sein: nach dem Tod eines Kindes bekommen sie noch einmal eine Tochter oder einen Sohn. Manche Eltern gehen soweit, diesem Kind den Namen des Toten zu geben.

So sehr dieses Kind ersehnt sein mag, so steht es doch oft unter dem Druck, genauso sein zu müssen wie das verstorbene Kind. Diese Tragik kann das ganze Leben durchziehen. Auch die Bibel kennt das Thema: Nachdem Kain seinen Bruder Abel umgebracht hatte, zeugten Adam und Eva – ausdrücklich als Ersatz für den gestorbenen Sohn – ein weiteres Kind: Seth. Einer der bekanntesten Menschen, der sein Leben gegen das eines verstorbenen Bruders behaupten musste und scheiterte, ist Vincent van Gogh. Doch aufmerksame Therapeuten können Menschen helfen, sich aus dem Schatten des verstorbenen Geschwisterkindes zu lösen.

Redaktion Christina-Maria Purkert

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Stand: 10.06.2016, 15:21