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Krebs in Afrika

Krebs in Afrika

Von Katharina Nickoleit

Das Krankenhaus in Moshi (Tansania) ist das einzige, welches Chemotherapie anbietet. Umso wichtiger sind Vorsorgeuntersuchungen, die es in abgelegenen Gegenden nicht gibt. Mit Hilfe von großen Vorsorgekampagnen sollen Frauen lernen, Tumore selber zu ertasten.

Vor dem Haupteingang zum KCMC-Hospital in Moshi, Tansania, hat sich eine lange Schlange von Patienten gebildet. Viele sind von weit her gekommen, um sich hier behandeln zu lassen, denn es gibt viel zu wenige Krankenhäuser.

Das Gesundheitssystem Tansanias ist chronisch unterfinanziert. Es gibt viel zu wenig Gesundheitsstationen und zu wenig Krankenhäuser. Manche Stationen sind so hoffnungslos überbelegt, dass selbst auf dem Flur kaum noch Platz für ein weiteres Bett ist.    

Unter diesen Umständen das erst dritte Krebsbehandlungszentrum Tansanias aufzubauen, ist eine riesige Aufgabe für den deutschen Onkologen Dr. Oliver Henke. 

Das Wartezimmer ist voll besetzt. Jeden Tag werden hier rund 70 Patienten behandelt. Die Krebsstation ist für 15 Millionen Menschen zuständig.

Bislang besteht die Krebsstation nur aus zwei kleinen Gebäuden. In einem werden Sprechstunden und Untersuchungen durchgeführt, das andere ist für Chemotherapien reserviert.

Bei der Sprechstunde erhält Oliver Henke Unterstützung von der tansanischen Assistenzärztin Lilian Mbaga. Sie übersetzt für die Patienten Diagnosen und Ratschläge des Arztes ins Kisuaheli.

Dabei lernt Lilian Mbaga auch, Krebs zu diagnostizieren und die Größe eines Tumors in der Brust zu bestimmen. Nach ihrer Facharztausbildung wird sie eine dringend benötigte Fachkraft sein.

Das Krankenhaus in Moshi ist das einzige im Umkreis von 600 Kilometern, in dem Patienten Chemotherapie erhalten können. Weil die meisten Patienten zu spät kommen, hilft sie oft nur noch lebensverlängernd.

Die Brustkrebspatientin Mary Jonasem hatte Glück: Sie kam so rechtzeitig ins Krankenhaus, dass ihr Krebs geheilt werden konnte. Nun erklärt sie als freiwillige Helferin anderen Frauen, wie sie ihre Brust selber untersuchen können.

In den abgelegenen ländlichen Gebieten gibt es für die Frauen keine regelmäßigen Krebsvorsorgeuntersuchungen. Brust- und Gebärmutterhalskrebs gehören deshalb zu den häufigsten Todesursachen.

Um wenigstens ab und an Vorsorgeuntersuchungen anbieten zu können, veranstaltet das Krebszentrum in Moshi Massenuntersuchungen. Dafür müssen die Mitarbeiter weit fahren.

Die Entwicklungshelferin Antje Henke ist von Haus aus Eventmanagerin und hat die Idee zu den groß angelegten Vorsorgekampagnen entwickelt.

Die Frauen lernen an Modellen, wie man einen Tumor in der Brust ertastet und dass sie sofort ins Krankenhaus kommen sollen, wenn sie etwas Ungewöhnliches entdecken.

Bei der Vorsorgekampagne herrscht großer Andrang. Um die 300 Menschen sind an diesem Tag gekommen, um sich auf Brust- und Gebärmutterhalskrebs sowie auf Prostatakrebs untersuchen zu lassen.

Stand: 14.01.2020, 11:20 Uhr