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Korallenriffe: Restaurieren statt verlieren

Korallenriffe: Restaurieren statt verlieren

Korallenriffe sind wichtig für das marine Ökosystem und den Küstenschutz. Doch Klimaveränderung und Meeresverschmutzung lassen die Korallen absterben. In der Dominikanischen Republik versuchen Forscher:innen nun, Riffe zu restaurieren.

Korallenriffe an der Küste

Die Küste der Dominikanischen Republik wird von vorgelagerten Korallenriffen vor dem Meer geschützt. Sie bilden zusammen mit anderen Meeresbewohner:innen ein einzigartiges Ökosystem.

Die Küste der Dominikanischen Republik wird von vorgelagerten Korallenriffen vor dem Meer geschützt. Sie bilden zusammen mit anderen Meeresbewohner:innen ein einzigartiges Ökosystem.

Die Erwärmung des Meeres und die zunehmende Verschmutzung machen den Korallen zu schaffen. Nur noch etwa ein Drittel des Weltbestandes ist unversehrt. Eine Lösung zur Rettung der Riffe könnte deren Restaurierung sein.

Sterben die Korallen werden die Strände vom Meer fortgespült. Das bedroht die Wirtschaft des Landes, die auf den Tourismus angewiesen ist, der wiederum von den Stränden abhängt.

Die Fundacion Punta Cana hat sich dem Schutz der Küsten verschrieben. Erforscht wird die Zucht von Korallen mithilfe eines Verfahren namens Mikrofragmentur: Die Korallen werden in kleine Stücke zerteilt und wachsen infolge dessen deutlich schneller als in der Natur.

Die Meeresbiologinnen Ainhoa Leon und Rebecca Garcia an einem Zuchtbecken für Korallen in der Fundacion Punta Cana. Sie versuchen, die Riffe resilienter zu machen, damit sie dem Klimawandel trotzen können.

In einem Tank wachsen die Korallen aus kleinen Stückchen heran. Haben sie eine bestimmte Größe erreicht, werden sie "ausgewildert" und ins Meer gebracht.

Bei der Auswahl der zu vermehrenden Korallen achten die Forscher:innen darauf, Exemplare zu nehmen, die in etwas wärmerem Wasser gedeihen. Dadurch werden gezielt Exemplare vermehrt, die gut mit höheren Temperaturen klarkommen.

Neben den Becken mit Korallenfragmenten gibt es auch welche mit bunten Zierfischen. Sie werden von der Fundacion Punta Cana gezüchtet, damit Aquariumsfans keine Tiere aus Wildfang kaufen müssen.

Rebecca Garcia verbringt den größten Teil ihrer Arbeitszeit in einem Tauchanzug: Die Entwicklung der Korallen am Meeresgrund muss regelmäßig geprüft werden.

Personal, Boote, Tauchausrüstung – all das kostet ein Vermögen. Doch das sei gut investiert, meint Jake Kheel, der Vizepräsident der Stiftung, die eng mit der Tourismusindustrie vernetzt ist.

Ein Taucher installiert einen Metallkäfig, an dem später die Korallen wachsen werden. Wenn ein Riff geschwächt ist, weil dort wichtige Arten fehlen und es von Algen überwuchert wird, verliert es seine Widerstandsfähigkeit.

Die Korallen werden mit Kabelbindern befestigt. Wenn sie groß genug sind, werden sie abgeschnitten und in ein Riff transplantiert.

Bei einem Tauchgang können elf Korallen transplantiert werden. Später muss man dann immer wieder hinabtauchen, um zu sehen, ob die Operation den gewünschten positiven Effekt hat.

Die Restaurierung der Korallenriffe wird erst seit der Jahrtausendwende praktiziert wird. Bis dahin dachte man, man könne nicht mehr tun, als ihren Verfall zu beobachten.

Wenn ein Riff beschädigt oder krank wird, sieht man das sehr schnell am Zustand des dahinterliegenden Strandes. Dort wo die Ansiedelungen von Korallen funktioniert, werden uns Strände wie dieser auch in Zukunft erhalten bleiben.

Stand: 06.12.2021, 16:50 Uhr