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Mord und Totschlag ohne Ende - gibt es zu viele Krimis?

Krimifestival "Criminale"

Mord und Totschlag ohne Ende - gibt es zu viele Krimis?

Vom Außenseiter und Underdog hat sich das Krimigenre zum Platzhirsch entwickelt. Der Krimi ist die alles bestimmende Erzählform in Literatur, Film und Fernsehen. Und die Konsumenten verlangen immer mehr von dem Stoff. Warum ist der Krimi nicht totzukriegen?

Der Krimi-Hype ist einerseits eine beeindruckende Erfolgsgeschichte, etwa wenn man auf die Verkaufszahlen der so genannten "Regiokrimis" schaut. Andererseits gibt es stellenweise kaum noch eine Chance, dem Verbrechen und vor allem seinen unzähligen Ermittlern zu entgehen. Der "Tatort" lockt am Sonntagabend wie in den guten alten Fernsehzeiten die halbe Republik aufs Sofa, anschließend werden die verhandelten Themen diskutiert. Die Serien der Streamingdienste wie Netflix ersetzen den Gang ins Kino. Und in den Buchhandlungen stapeln sich die Kriminalromane, die Auswahl reicht von humorigen Krimikomödien bis zu härtesten Noirs. Krimi spiegelt die Gesellschaft, was die Frage aufwirft, wie sehr unsere Gesellschaft auch eine des Verbrechens ist. Lenkt die Krimiwelle als Form der zwanglosen Unterhaltung nicht oft von gesellschaftlichen Missständen ab? Was macht einen guten und relevanten Krimi aus? Gibt es zu viele Krimis oder nur zu wenig richtig gute? 

Redaktion Ulrich Horstmann

Mord und Totschlag ohne Ende - gibt es zu viele Krimis?

WDR 5 Funkhausgespräche 26.09.2019 01:06:18 Std. Verfügbar bis 25.09.2020 WDR 5

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Moderation Ulrich Noller

Porträt Ulrich Noller

Gäste:

Thomas Wörtche, Herausgeber und Publizist

Dr. Thomas Wörtche

"Zu viele (TV-)Krimis, zu viele im abgesicherten Modus. Mehr Risiko ist dringend nötig."

Liane Jessen, ehemalige Fernsehspielchefin Hessischer Rundfunk

Liane Jessen

"Der Krimi beschäftigt sich mit den Tatsachen des Lebens - Liebe, Hass, Tod und Überleben. Philosophisch betrachtet sucht das Genre nach der schmerzlichen Wahrheit hinter den Dingen. Solche Suche schafft Bindung in Zeiten, in denen Wahrheiten abhanden kommen."

Norbert Horst, Polizist und Krimiautor

Norbert Horst

"Mit Blick in Programmzeitschriften und in Buchhandlungen lautet die Antwort zweifellos: Ja, es gibt zu viele Krimis. Aber jede Zuschauer- und Leserschaft verdient sich ihre Krimis, auch ihre Menge Krimis, letztlich selbst."

Funkhausgespräche, Köln, 26.09.2019

Datum: Donnerstag, 26.09.2019
Ort: Funkhaus
Wallrafplatz
50667 Köln
Beginn: 20.04 Uhr
Ende: 21.00 Uhr
Einlass: 19.30 Uhr
Karten:

Eintritt frei

Stand: 06.09.2019, 10:36