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Feiertagsgespräch mit Pater Klaus Mertes

Pater Klaus Mertes

Feiertagsgespräch mit Pater Klaus Mertes

"Die Erneuerung der Kirche hängt nicht an einer Lichtgestalt an der Spitze", sagt der Jesuitenpater und Schulleiter Klaus Mertes. Monarchische Strukturen, Elitedenken, Umgang mit homosexuellen Priestern – all das müsse auf den Prüfstand.

Klaus Mertes leitete das Canisius-Kolleg in Berlin und machte 2010 einen der größten Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche öffentlich. Fast ein Jahrzehnt später ist immer noch viel zu tun. Denn eine grundlegende Erneuerung der katholischen Kirche steht noch aus. Monarchische Strukturen, Macht-und Elitedenken, Umgang mit homosexuellen Priestern, falsch verstandener Gehorsam – all das müsse auf den Prüfstand, sagt Mertes. Seiner Kirche ist er nach wie vor verbunden, denn für ihn gilt das Motto: "Auftreten statt Austreten".

Klaus Mertes wurde 1954 in Bad Godesberg geboren und besuchte dort das Aloisius-Kolleg, eine Bildungseinrichtung der Jesuiten, die ebenfalls wegen sexuellen Mißbrauchsfällen in die Schlagzeilen geriet. Als Schüler, so erinnert er sich, habe er seine Schule als gute Schule erlebt, der er viel verdanke. Da der Vater Diplomat war, hat er als Kind mehrere Jahre in Paris und Moskau gelebt. Mit 23 Jahren ist er dem Jesuitenorden beigetreten und studierte Philosophie und Theologie. Nach Priesterweihe und pädagogischer Ausbildung wurde er in Berlin Lehrer und später Schulleiter am Canisius-Kolleg. Heute ist er Direktor des Jesuitenkollegs Sankt Blasien im Schwarzwald.

Buchempfehlungen:

Klaus Mertes: Verlorenes Vertrauen - Katholisch sein in der Krise
Herder-Verlag , 2013

Klaus Mertes und Antje Vollmer: Ökumene in Zeiten des Terrors. Streitschrift für die Einheit der Christen
Herder Verlag, 2016

Feiertagsgespräch mit Klaus Mertes

WDR 5 22.04.2019 53:55 Min. Verfügbar bis 21.04.2020 WDR 5

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Pater Klaus Mertes im Gespräch mit Gisela Keuerleber.

Redaktion: Christina-Maria Purkert

Stand: 02.04.2019, 09:28