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Professor Klaus Töpfer

Erlebte Geschichten (19.12.2023)

Klaus Töpfer, Wegbereiter der Kreislaufwirtschaft und globaler Umweltpolitiker

Stand: 05.12.2023, 16:49 Uhr

"Klimapolitik ist die Friedenspolitik der Zukunft", sagt Klaus Töpfer voller Überzeugung. Der heute 85-Jährige war Bundesminister und Umweltpolitiker für die Vereinten Nationen.

Von Elke Saur

Als Kleinkind erlebte Klaus Töpfer in seiner niederschlesischen Heimat die Schrecken des Zweiten Weltkriegs. Nach dem Krieg floh der Sechsjährige mit seinen Eltern und zwei Geschwistern ins ostwestfälische Höxter. Mit dem Stempeln von Lottoscheinen, als Nachhilfelehrer oder Dachdecker hielt der Heranwachsende seine Familie über Wasser und finanzierte sein Volkswirtschaftsstudium.

Klaus Töpfer kann schlecht "nein" sagen, wenn man ihm eine neue interessante Aufgabe anträgt. Und so wurde der Universitätsprofessor ein umtriebiger Berufspolitiker und weltweit geschätzter Verhandlungspartner: er wechselte von der Uni in Hannover zur Staatskanzlei in Saarbrücken, wurde ins Landesministerium nach Mainz und ins Bundesumweltministerium nach Bonn gerufen. Das Recyclingsystem mit grünem Punkt und gelbem Sack zur Verringerung der Müllberge und das FCKW-Verbot zum Schutz der Ozonschicht sind zwei der Steuerungsinstrumente, die unter seiner Regie als Bundesumweltminister in den 1990er Jahren umgesetzt wurden.

Und als ihn der damalige Generalsekretär der Vereinten Nationen Kofi Annan bat, dass Umweltprogramm der UN von der kenianischen Hauptstadt Nairobi aus zu leiten, konnte er auch nicht "nein" sagen. 

Der niederschlesische Ostwestfale wird weltweit als hartnäckiger und vor allem kompromissfähiger Verhandlungspartner geschätzt. Unermüdlich jettete er um den Globus und erstritt für die Konfliktparteien tragbare Lösungen - ob als Schlichter im Stromstreit zwischen Serbien und Kroatien oder als "Retter von Rio": Dank seines zähen Ringens um Formulierungen während der internationalen Konferenz für Umwelt und Entwicklung im Juni 1992 in Rio de Janeiro einigten sich 178 Staaten auf die Agenda 21, das Aktionsprogramm der Vereinten Nationen mit Leitlinien zur nachhaltigen Entwicklung für das 21. Jahrhundert.  

Die Kreislaufwirtschaft mit der Wiederverwertung von Ressourcen und die wirtschaftliche Nutzbarmachung der erneuerbaren Energien sind für ihn die wichtigsten in Deutschland erdachten und erprobten Technologien, um die Welt vor dem Klimakollaps zu bewahren.

Redaktion: Gesa Rünker

Der Umweltminister, der in den Rhein sprang: Klaus Töpfer

WDR 5 Erlebte Geschichten 11.06.2024 23:45 Min. Verfügbar bis 19.12.2099 WDR 5


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