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das ARD radiofeature: Übertherapie am Lebensende

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das ARD radiofeature: Übertherapie am Lebensende

Von Martina Keller

Viele Sterbenskranke werden falsch versorgt. Ärzte behandeln sie noch kurz vor ihrem Tod mit aggressiven Therapien, die ihnen mehr schaden als nützen. Und Patientenverfügungen bekommen nicht immer die Beachtung, die sich ihre Verfasser wünschen.

das ARD radiofeature: Übertherapie am Lebensende

Dok 5 - Das Feature 24.02.2019 53:10 Min. Verfügbar bis 22.02.2020 WDR 5

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Unser Gesundheitssystem ist gut darin Menschen zu retten. Aber schwerkranke Menschen über ihren Zustand aufzuklären und Ihnen Behandlungsalternativen aufzuzeigen, ist oftmals nicht vorgesehen. Viele Sterbenskranke leiden unnötig. So erhalten über zehn Prozent der Krebskranken in Deutschland in den letzten 30 Tagen vor ihrem Tod noch eine aggressive Chemotherapie, die oft mehr schadet als nützt. Dabei könnte so mancher Krebskranke dank Palliativmedizin besser, manchmal sogar länger leben. Schwer Demenzkranke bekommen noch in der letzten Lebensphase eine Magensonde gelegt, obwohl intensives Füttern ihnen gefährliche und schmerzhafte Komplikationen ersparen würde. Die Ursachen der Überversorgung von Menschen am Lebensende sind komplex: Manche Ärzte fühlen sich Gesprächen über das Lebensende nicht gewachsen. Andere lassen sich durch falsche finanzielle Anreize zu zweifelhaften Therapien verleiten. So mancher Betreiber einer „Beatmungs-WG“ setzt auf Gewinnoptimierung und hat gar kein Interesse, die Menschen von der Maschine zu entwöhnen, damit sie wieder selbständig atmen. Bei all dem bekommen Patientenverfügungen nicht immer die Beachtung, die ihre Verfasser sich wünschen.

Martina Keller

Martina Keller

Martina Keller ist freie Journalistin in Hamburg und arbeitet als Autorin zu Themen aus Medizin und Wissenschaft für den ARD Hörfunk, für Printmedien wie DIE ZEIT, Geo oder Der Spiegel. 2012 gehörte sie einem Team des "International Consortium of Investigative Journalists" an, das die Verflechtungen des internationalen Leichenhandels recherchierte. 2010 erhielt sie den Feature-Preis der Stiftung Radio Basel, 2011 den Pater-Hans-Hofschneider Recherchepreis und 2012 den Georg von Holtzbrinck Preis für Wissenschaftsjournalismus in der Kategorie Text.

Ausstrahlung am 24. Februar 2019, Wiederholung am 25. Februar 2019

Von Martina Keller
Regie: Martin Zylka
Redaktion: Dorothea Runge
Produktion: WDR 2019

Stand: 18.01.2019, 10:17