Weinen hilft dir jetzt auch nicht: Gewalt in der Geburtshilfe

Mutter und neugeborenes Kind

Weinen hilft dir jetzt auch nicht: Gewalt in der Geburtshilfe

Von Marie von Kuck

Die Weltgesundheitsorganisation WHO spricht von gravierenden Verletzungen der Menschenrechte in geburtshilflichen Einrichtungen. Vertreterinnen der Organisation "Mother Hood e.V." schätzen, dass in Deutschland 40 bis 50 Prozent der Mütter betroffen sind. Hebammen und ärztliche Geburtshelfer als Gewalttäter, kann das sein?


Das Feature steht nach der Sendung befristet zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Drei neugeborene Zwillingspaare in der Geburtsabteilung eines Klinikums (20.01.2009)

Eine Geburt markiert einen Neubeginn. Ein kleiner Mensch kämpft sich im engen Zusammenspiel mit der Mutter ins Leben. Für die Frau ist eine Geburt schmerzhaft und eine Grenzerfahrung, sie ist auf Zuspruch und Unterstützung einer kundigen Geburtshelferin angewiesen. Doch wenn Frauen ihr Kind auf natürlichem Weg zur Welt bringen wollen, dann geht es in den Krankenhäusern manchmal schockierend gewaltsam zu. Hauptsache, das Kind ist gesund! Fast die Hälfte aller Mütter macht Erfahrungen von Gewalt unter der Geburt. Kann das sein? - Sind Frauen heute vielleicht nicht mehr bereit, was auszuhalten? Haben sie falsche Erwartungen? Handelt es sich bei den Erfahrungen der Mütter gar um Missverständnisse? Fest steht, die komplikationslose, vaginale Geburt rechnet sich betriebswirtschaftlich für Geburtsstationen in Krankenhäusern nicht. Die vaginale Geburt mit Interventionen wie Periduralanästhesie, Wehentropf oder Saugglocke wird etwas besser honoriert. Ist das der Motor für Interventionen? Gewalt in der Geburtshilfe - ein Tabuthema, über das kaum gesprochen wird.

Ausstrahlung am 19. November 2017, Wiederholung am 20. November 2017
Von: Marie von Kuck
Redaktion: Dorothea Runge
Produktion DLF/WDR 2017

Stand: 23.10.2017, 12:49