Start-ups im Flüchtlingscamp? - Die Situation der Syrer im Libanon

Zwei Männer sitzen auf Motorrad vor einem Geschäft im Flüchtlingslager Shatila, Beirut, Libanon

Start-ups im Flüchtlingscamp? - Die Situation der Syrer im Libanon

Von Tom Mustroph

Der Libanon ist Heimat vieler Geflohener. Auf vier Einheimische kommt heute ein syrischer Flüchtling. Dass dieses Pulverfass bisher nicht explodierte, liegt auch daran, dass syrische Geflüchtete eigene Infrastrukturen aufbauten. Anfänge einer Start-up-Kultur mit emanzipatorischen Effekten.


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Start-ups im Flüchtlingscamp?

Dok 5 - Das Feature | 02.09.2018 | 48:55 Min.

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Blick auf das Flüchtlingscamp Shatila, Beirut, Libanon

Mehr als anderthalb Millionen Syrer, die meisten von ihnen sunnitische Muslime, flüchteten seit 2011 ins Nachbarland Libanon. Das zählt selbst nur sechs Millionen Einwohner. Durch den Zuzug ist auch die fragile ethnische und konfessionelle Balance im Gastland gefährdet. In der Bekaa-Ebene, direkt an der Grenze zu Syrien, kommen auf jeden Einheimischen sogar zwei Geflüchtete. Das sorgt für Spannungen. Infrastrukturen sind überlastet, die Konkurrenz um Jobs wird härter. Syrer dürfen offiziell zwar nur in wenigen Bereichen arbeiten, informell sind sie aber vor allem auf dem Bau, in der Landwirtschaft und der Gastronomie tätig. Arbeiten sie gar nicht, versinken sie in Passivität. Wirtschaftswissenschaftler plädieren deshalb dafür, Geflüchtete als potenzielle Unternehmer zu fördern. Die Versorgung der Menschen und der wirtschaftliche Aufbau strukturschwacher Regionen sollten zusammen gedacht werden. Bislang passiert das vor allem aus Eigeninitiative. So haben syrische Frauen rings um das Flüchtlingscamp Shatila in Beirut ein dichtes Netz aus Selbsthilfeorganisationen, Schulen und Kleinstunternehmen gewoben.

Ausstrahlung am 2. September 2018, Wiederholung am 3. September 2018
Von: Tom Mustroph
Redaktion: WDR 2018
Produktion: Leslie Rosin

Stand: 09.08.2018, 12:20