Bottroper Protokolle - Gespräche aus dem Ruhrgebiet

Bewohner einer Zechensiedlung im Ruhrgebiet, 1969

Bottroper Protokolle - Gespräche aus dem Ruhrgebiet

Von Erika Runge

1968 befragt Erika Runge Menschen im Ruhrgebiet und interessiert sich für ihr Leben und ihre Arbeit. Damals steckt die Bergbauregion schon ein Jahrzehnt in der Krise. Aus den Interviews entstehen die berühmten "Bottroper Protokolle".


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Bottroper Protokolle - Gespräche aus dem Ruhrgebiet

Dok 5 - Das Feature | 08.07.2018 | 52:39 Min.

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Die deutsche Schriftstellerin, Regisseurin und Psychotherapeutin Erika Runge, Deutschland 1960er Jahre.

1968, als im "Kursbuch" und anderswo der Tod der Literatur eingeläutet wurde, geht Erika Runge mit Mikrofon und Tonbandgerät den Veränderungen im Ruhrgebiet nach. Dann erscheint ihr Buch mit den transkribierten Tonbandprotokollen und Martin Walser schreibt im Vorwort: "Alle Literatur ist bürgerlich. Bei uns. Auch wenn sie sich noch so antibürgerlich gebärdet. Arbeiter kommen in ihr vor wie Gänseblümchen, Ägypter, Sonnenstaub, Kreuzritter, Kondensstreifen. Arbeiter kommen in ihr vor. Mehr nicht. Hier in diesem Buch kommen sie zu Wort. Wer diese Aussagen gelesen hat, wird sich wünschen, dass Erika Runge sich wieder auf den Weg macht mit ihrem Tonbandgerät, um weitere Bottrops aufzunehmen, weitere von böser Erfahrung geschärfte Aussagen, weitere Seufzer, Flüche, Sprüche und Widersprüche, weitere Zeugnisse einer immer noch nach minderem Recht lebenden Klasse."

In ihrem Buch "Bottroper Protokolle" ist zu lesen, was die Menschen im Ruhrgebiet Erika Runge aufs Band gesprochen hatten; in der Hörfunksendung sind diese Tonbänder zu hören, authentische Zeugnisse, Geschichten, in denen Geschichte sich dokumentierte.

Buch
Erika Runge: Bottroper Protokolle. Vorwort von Martin Walser.Surhrkamp Verlag Frankfurt 1968, 163 Seiten

Ausstrahlung am 8. Juli 2018, Wiederholung am 9. Juli 2018
Von Erika Runge
Redaktion: Imke Wallefeld
Produktion: SWR/NDR 1968

Stand: 14.06.2018, 14:08