Buchcover: "Was ich nie gesagt habe" von Susanne Abel

Der Buchhändler empfiehlt

"Was ich nie gesagt habe" von Susanne Abel

Stand: 24.06.2022, 14:46 Uhr

Susanne Abel, der neue funkelnde Stern am Himmel der Literatur, hat soeben ihr zweites Buch veröffentlicht. Die Geschichte von Gretchen und ihrer Familie wird fortgeschrieben.

Aus heiterem Himmel steht vor Gretchens Sohn Tom Monderath der Holländer Henk und behauptet, sein Halbbruder zu sein. Tom wusste bisher nur von seiner Halbschwester in Amerika, die aus einer frühen Beziehung seiner Mutter Grete kurz nach Kriegsende zu einem GI hervorging.

Nun beginnt er, sich für das Leben seines Vaters Konrad und dessen Familie zu interessieren. Konrads Schwester wurde aufgrund des „Euthanasie"-Programms der Nazis in einer Anstalt ermordet, sein älterer Bruder kehrte aus Russland nicht mehr zurück, seine Eltern und Großeltern sterben bei einem Bombenangriff auf Köln.

Als einziger Verwandter kehrt sein Onkel als Spätheimkehrer Mitte der 50er Jahre aus Russland zurück nach Köln. Toms Vater Conni lernt in Heidelberg, wo er Medizin studiert, Gretchen kennen und heiratet sie. Gemeinsam mit seinem Onkel betreibt Conni eine gynäkologische Praxis in Köln.

Toms demente Mutter Grete kann ihm seine vielen Fragen nicht mehr beantworten. Gemeinsam mit seiner großen Liebe Jenny recherchiert Tom in den Patientenakten seines Vaters und stößt auf ein unfassbares Geheimnis.

Susanne Abel gelingt wieder ein literarisches Meisterstück, in dem sie genau recherchierte historische Fakten mit Familiengeschichte verknüpft. Ihr Roman trifft mitten ins Herz trifft und setzt im Kopf vieles in Bewegung.

"Was ich nie gesagt habe" ist eine seltene literarische Perle. Die Geschichte von Toms und Gretchens Familie sollte Schullektüre werden!

Eine Rezension von Andreas Wallentin

Literaturangaben:
Susanne Abel: Was ich nie gesagt habe. Gretchens Schicksalsfamilie
dtv, 2022
560 Seiten, 23 Euro