"Zugvögel" von Charlotte McConaghy

Buchcover: "Zugvögel" von Charlotte McConaghy

Lesefrüchte

"Zugvögel" von Charlotte McConaghy

Eine Frau folgt den letzten Vögeln ihrer Art auf ihrem Zug in die Antarktis. Sie sucht nach sich selbst und sie kämpft mit ihrer Verzweiflung, weil die meisten Tierarten kurz vor der Ausrottung stehen. Eine Dystopie, die eine reale Bedrohung aufgreift.

Ich-Erzählerin Franny hält es schon ihr Leben lang nirgendwo lange aus, obwohl ihr das immer wieder das Herz bricht. Sie liebt das Meer und Vögel, doch von denen gibt es in ihrer Welt nur noch wenige. Denn die Menschheit hat durch ihren Einfluss fast alle Tierarten in freier Wildbahn ausgerottet. Eine der letzten Vogelarten, die noch übrig sind, sind Küstenseeschwalben. Sie halten unter den Zugvögeln den Streckenrekord.

Jedes Jahr fliegen sie vom hohen Norden in die Antarktis und zurück, quasi einmal um die Welt. Den letzten Küstenseeschwalben auf ihrem wohl letzten Zug in die Antarktis folgt Franny auf einem der letzten Fischerboote. Denn auch die Meere sind leergefischt. Warum Franny alles daran setzt, ihr Ziel zu erreichen, erfährt man beim Lesen nach und nach.

Die australische Charlotte McConaghy verarbeitet in ihrem ersten Roman für Erwachsene ein wichtiges Thema unserer Zeit: Das globale Massensterben von Tierarten. Die Geschichte lebt allerdings von etlichen Zufällen, die zwar möglich, aber in Summe eher unwahrscheinlich sind.

Eine Rezension von Anne Preger

Literaturangaben:
Charlotte McConaghy: Zugvögel
Aus dem Englischen von Tanja Handels
S. Fischer Verlag, 400 Seiten, 22 Euro

Stand: 18.09.2020, 12:52