"Wetter" von Jenny Offill

Buchcover: "Wetter" von Jenny Offill

Lesefrüchte

"Wetter" von Jenny Offill

Die New Yorker Bibliothekarin Lizzie nimmt einen Nebenjob an. Sie beantwortet die Fragen der Fans des apokalyptischen Podcast "Komme, was wolle" - und plötzlich rückt das Ende der Welt immer näher und Lizzies private Welt gerät ins Wanken.

Lizzie Benson arbeitet als Bibliothekarin in New York, ist verheiratet und Mutter eines Sohnes. Privat hat sie einiges zu schultern, kümmert sich um ihre tief-religiöse Mutter und ihren labilen Bruder, einen Ex-Junkie.

Lizzie hat ein gewisses psychologisches Talent, sie ist belesen und kann gut zuhören. Ihr Studium hat sie abgebrochen, doch jetzt beginnt sie für ihre frühere Doktormutter zu arbeiten. Sie beantwortet die besorgten Fragen der Hörer und Hörerinnen ihres "Endzeit-Podcast". Beispiel: "Wie kann ich meine Kinder auf das bevorstehende Chaos vorbereiten?" Lizzie ist selbst auf der Suche nach Antworten, ihre Gedanken drehen sich immer öfter um den drohenden Weltuntergang durch die Klimakrise.

Zeitlich spielt der Roman in den Wochen vor der Wahl Donald Trumps, und so bezieht sich der Titel "Wetter" nicht nur auf den Klimawandel, sondern auch auf die angespannte Stimmungslage in der US-Gesellschaft. Ein kluger, stilistisch ungewöhnlicher Roman über eine Apokalypse, die bereits in vollem Gange ist.

Eine Rezension von Theresa Hübner

Literaturangaben:
Jenny Offill: Wetter
Aus dem amerikanischen Englisch von Melanie Walz
Piper, 224 Seiten, 20 Euro

Stand: 16.04.2021, 14:08