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"Wenn die Liebe ruht" von Drago Jancar

Buchcover: "Wenn die Liebe ruht" von Drago Jancar

Lesefrüchte

"Wenn die Liebe ruht" von Drago Jancar

Der Slowene Drago Jancar gehört zu den Großen der europäischen Literatur. In seinem aktuellen Roman viviseziert er den Partisanenkampf gegen Hitler – und dessen Abgründe.

Maribor 1944. Die deutschen Okkupanten herrschen über die Stadt im Norden Sloweniens mit Terror und blutiger Repression. Jancars Held Valentin, ein Partisan, kommt durch die Intervention seiner Geliebten aus der Gestapohaft frei und kehrt zu seinen Genossen in die Wälder zurück. Aber auch dort herrschen Terror, Misstrauen und mörderische Paranoia.

Schnörkellos und frei von jeder Widerstandsromantik beschreibt Jancar die stalinistische Repression, die bei den Partisanen mehr und mehr um sich greift: Man macht Jagd auf Katholiken – und liquidiert sie kurzerhand. Der slowenische Autor hat einen großen Roman über die blutigen Verwerfungen des Zwanzigsten Jahrhunderts geschrieben, über die korrumpierende Macht der Gewalt und die irreparablen Verstümmelungen, die Krieg und Völkermord in den Seelen der Menschen hinterlassen.

Eine Rezension von Günter Kaindlstorfer

Literaturangaben:
Drago Jancar: Wenn die Liebe ruht
Aus dem Slowenischen von Daniela Kocmut
Zsolnay-Verlag, 400 Seiten, 25 Euro

Stand: 20.09.2019, 13:38