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"Was bleibt, ist Licht! Ein Trostbuch" von Melanie Garanin

Buchcover: "Was bleibt, ist Licht! Ein Trostbuch" von Melanie Garanin

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"Was bleibt, ist Licht! Ein Trostbuch" von Melanie Garanin

Kein Mensch kann den anderen von seinem Leid befreien. Aber er kann ihm Mut machen, das Leid zu tragen. Ein Satz der schwedischen Schriftstellerin Selma Lagerlöf. Diesen sanften Mutmacher hat eine Frau in ihr Leben gepackt. Und gibt ihn weiter.

Melanin Garanin schreibt und illustriert Kinderbücher. Sie ist verheiratet, hat vier Kinder. Hatte vier Kinder. Bis der kleine Nils, das Nesthäkchen der Familie, durch einen Fehler der Ärzte stirbt. Da ist er drei Jahre alt. Melanie Garanin erzählt vom Mut der Familie, mit dem Schmerz über diesen sinnlosen Tod zu leben, ihn auszuhalten.

Jetzt, mittenrein in diese dunkle Jahreszeit und in die düsteren Gedanken, hat sie ein Buch gemacht, das vom Licht erzählt. Alle Tiere in diesem Trostbuch tragen eine Kerze. Balancieren sie auf dem Kopf, halten sie in den Pfoten, den Hufen, den Flügeln. Sie hüten sie wie einen Schatz , halten sich an ihr fest, brechen neben ihr zusammen oder umarmen sie.

Wo den Menschen in ihrer Trauer die Worte fehlen, lassen die Tiere Gefühle sprechen. In ihren Gesten und Gesichtern. Die Flamme, sagt der Bär, der die Kerze in der Tatze hält, ist ganz klein, aber sie hat Kraft, macht die Seele warm.

Die ungewöhnlichen, ungemein liebenswerten Zeichnungen machen einen lachen und weinen zugleich. Sie sind ein Versprechen an alle, denen die Traurigkeit das Herz schwer und das Leben schwarz macht. Irgendwann kommt wieder Licht ins Dunkel, ganz sicher.

Eine Rezension von Christine Westermann

Literaturangaben:
Melanie Garanin: Was bleibt ist Licht. Ein Trostbuch.
arsEdition, 2021.
48 Seiten, 15 Euro.

Stand: 26.11.2021, 11:17