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"Väterland" von Martín Caparrós

Buchcover: "Väterland" von Martín Caparrós

Lesefrüchte

"Väterland" von Martín Caparrós

Buenos Aires 1933: Eine junge Frau wird ermordet, ein Fußballstar verschwindet und alle möchten Kapital daraus schlagen: Politik, Presse, ein Fußballclub. Nur ein arbeitsloser Tangodichter sucht nach der Wahrheit.

Argentinien ächzt unter den Folgen der Weltwirtschaftskrise und unter der Militärdiktatur. Eine junge Frau wird ermordet, ihr Vater ist einer der Führer der Ultrarechten. War ein Kommunist der Mörder? Das wäre ganz im Sinne der Polizei. Die kocht genauso ihr eigenes Süppchen wie die Presse und der Fußballclub River Plate. Der möchte den Fußballstar Bernabé Ferreyra verpflichten. Doch der Tormacher ist verschwunden. Weil er der Mörder war? Der arbeitslose Möchtegern-Tangodichter Rivarola glaubt nicht daran. Er macht sich auf die Suche nach dem Fussballer und nach der Wahrheit. Nicht ganz freiwillig.

In "Väterland" hat Martín Caparrós die Symbole der argentinischen Identität – Fußball, Tango, Rindfleisch - in einem sehr munteren Roman zusammengeführt, um sich mit unterschwelligem, manchmal bösem Humor darüber lustig zu machen. "Väterland" ist für Argentinien-Fans ein Muss. Doch die großen Themen des Romans, unlautere Machenschaften im Fußball, Sensationslust der Medien oder das Erstarken der Rechten sind auch 90 Jahre später noch hochaktuell, und nicht nur in Argentinien.

Eine Rezension von Eva Karnofsky

Literaturangaben:
Martín Caparrós: Väterland
Aus dem argentinischen Spanisch von Carsten Regling
Verlag Klaus Wagenbach, 288 Seiten, 22 Euro

Stand: 22.05.2020, 14:18