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"Tropenkoller" von Georges Simenon

Buchcover: "Tropenkoller" von Georges Simenon

Lesefrüchte

"Tropenkoller" von Georges Simenon

In einem seiner ersten Nicht-Maigret-Romane gelingt Georges Simenon das bedrückende Porträt eines jungen Mannes, der in der französischen Kolonie Gabun am und durch den Kolonialismus den Verstand verliert.

Im Jahr 1932 war Georges Simenon durch seine Maigret-Romane bereits zu einiger Berühmtheit gelangt. Doch wollte er sich nicht allein auf die Maigrets festlegen lassen, plante "echte", "harte" Romane.

Den Plan verwirklichte er u.a. mittels der Erfahrungen, die er 1932 bei einer Reise durch französische und belgische Kolonien in Afrika machte. Der Kolonialismus stieß ihn ab. Und so wurden seine ersten "harten" Romane auch Abrechnungen mit dem Kolonialismus.

"Tropenkoller", 1960 zum ersten Mal auf Deutsch erschienen, wird jetzt in einer überarbeiteten Übersetzung vom Kampa-Verlag neu heraus gebracht. Zurecht, denn "Tropenkoller" zeigt den ansonsten politisch völlig unengagierten Simenon als einen hervorragenden Beobachter der Folgen politisch-moralischen Unrechts.

Eine Rezension von Peter Meisenberg

Literaturangaben:
Georges Simenon: Tropenkoller
Aus dem Französischen von Hansjürgen Wille, Barbara Klau und Ulrike Ostermeyer
Mit einem Nachwort von William Boyd
Kampa Verlag, 192 Seiten, 22,90 Euro

Stand: 15.01.2021, 13:19