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"Querwege" von Albertine Sarrazin

Buchcover: "Querwege" von Albertine Sarrazin

Lesefrüchte

"Querwege" von Albertine Sarrazin

18 Monate hat Albe im Knast gesessen. Jetzt kommt sie frei und will endlich ihr großes Ziel verwirklichen: Schriftstellerin werden.

Als Albertine Sarrazins Romane in den 60er Jahren in Frankreich erschienen, machten sie sie mit einem Schlag bekannt: Ein Skandal war das, unverblümt über ihre Diebstähle, das Leben im Gefängnis und ihre Ausbrüche zu schreiben. Heute sind Sarrazins Bücher in Frankreich Klassiker. Bei uns entdeckt der Verlag Ink Press sie gerade wieder.

Albertine Sarrazins dritter autobiografischer Roman "Querwege" erzählt von ihrer Entlassung aus dem Gefängnis und von den Mühen, ohne Geld und Ankerpunkte zu überleben. Eine Zeitlang zieht sie zur ihrer Adoptivmutter ins Kloster, was ziemlich komisch ist, wo sie doch so gern raucht, trinkt und das Leben genießt. Als schließlich auch Sarrazins Mann freikommt, könnte sich ein geradezu bürgerliches Idyll einstellen. Aber dafür sind die beiden nicht gemacht.

"Querwege" erzählt mit großer Dringlichkeit, brillanter Beobachtungsgabe und viel Humor von einer jungen Frau, die bedingungslos nach ihren Vorstellungen lebt.

Eine Rezension von Dina Netz

Literaturangaben:
Albertine Sarrazin: Querwege
Aus dem Französischen von Claudia Steinitz
Ink Press Verlag, 228 Seiten, 20 Euro

Stand: 10.01.2020, 13:56