"Privateigentum" von Julia Deck

Buchcover: "Privateigentum" von Julia Deck

Lesefrüchte

"Privateigentum" von Julia Deck

Auch ihren dritten auf Deutsch erschienenen Roman widmet die Pariser Schriftstellerin Julia Deck wieder den Abgründen im Seelenleben moderner Großstadtmenschen. Diesmal geht es nicht um eine Einzelgängerin am Rande des Nervenzusammenbruchs, sondern um die Bewohner einer Öko-Siedlung.

Julia Deck, Jahrgang 1974, hat mit ihrem "Viviane Elizabeth Vauville" ein furioses Roman-Debut hingelegt. In ihrem neuen Buch zeigt sie, dass ihre Methode, mit den Mitteln des Krimis moderne Seelen zu sezieren, auch auf ganze Gruppen angewandt werden kann. Im Fall von "Privateigentum" auf die Nachbarschaft einer hyperchicken "nachhaltigen" Siedlung, die sich ein Vierteljahr nach dem Einzug in ihre Doppelhaushälften zu zerfleischen beginnt.

Julia Deck legt an die dabei zutage tretende Bösartigkeiten mit psychoanalytisch geschulter Präzision und beißender Ironie ihr schriftstellerisches Seziermesser. Und da sie das auf allerhöchstem literarischen Niveau tut, bereitet sie den Lesern ein höllisch heißes Lesevergnügen.

Literaturangaben:
Julia Deck: Privateigentum
Aus dem Französischen von Antje Peter
Verlag Klaus Wagenbach, 144 Seiten, 18 Euro

Stand: 11.09.2020, 03:05