Buchcover: "Pristina" von Toine Heijmans

Lesefrüchte

"Pristina" von Toine Heijmans

Stand: 11.02.2022, 14:42 Uhr

Albert Drilling soll illegal Eingewanderte überzeugen, die Niederlande freiwillig zu verlassen. Der Beamte ist perfekt darin. Doch bei Irin Past droht er zu scheitern. Eine amüsant-tragische Roman-Satire zur Asylpolitik.

Albert Drilling sorgt dafür, dass der Außenminister in der Asylpolitik möglichst gut dasteht. Sein Job ist es, illegal Eingewanderte dazu zu bringen, die Niederlande freiwillig und geräuschlos zu verlassen.

Der pedantische Beamte, den Autor Toine Heijmans genüsslich als Karikatur zeichnet, überlässt dabei nichts dem Zufall: Er reist sogar in die Heimatländer, um dort die Rückführung vorzubereiten. Doch an der gebürtigen Kosovarin, die sich Irin Past nennt, droht Drilling zu scheitern. Sie lebt auf einer Nordseeinsel. Und hat die Unterstützung von deren äußerst spitzfindigen Bewohnern.

"Pristina" ist ein kurzweiliger, humorvoller und gleichzeitig anrührender Roman. Und ein leidenschaftliches Plädoyer für mehr Realitätssinn und Menschlichkeit in der Asylpolitik.

Eine Rezension von Eva Karnofsky

Literaturangaben:
Toine Heijmans: Pristina
Aus dem Niederländischen von Ruth Löbner
Edition Amikejo, 2022
346 Seiten, 14,50 Euro