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"Pixeltänzer" von Berit Glanz

Buchcover: "Pixeltänzer" von Berit Glanz

Lesefrüchte

"Pixeltänzer" von Berit Glanz

Wenn der Alltag stärker ist als die Sehnsucht nach der großen Veränderung. Eine junge Frau programmiert mühelos digitale Welten, ihr analoges Leben kann sie nicht einfach neu erfinden.

Beta lebt in Berlin und arbeitet in einem Software-Start-up-Unternehmen. Ihr Job ist anstrengend und zeitraubend, ein gleichmäßiger Trott. Bis ihr ein Unbekannter online die aufwühlende Geschichte einer Ausdruckstänzerin im Berlin der 20er Jahre erzählt. Beta liest sie gleichsam mit angehaltenem Atem, und ja, auch sie möchte ein bisschen wie diese Tänzerin sein und endlich einmal etwas Ungewöhnliches zu tun.

Romane liefern Geschichten, die außergewöhnlich, intensiv, verrückt sein können, ja sein sollen, denn fesselnd ist nun mal eine gute Geschichte, die über das hinausgeht, was man im Alltag selbst so erlebt. Ein Roman kann natürlich auch von der Gleichförmigkeit handeln, in die ein paar kleine Ereignisse hineinplatzen, ohne dass sich am Ende viel geändert haben wird. "Pixeltänzer" ist so ein Roman, einer, der gnadenlos realistisch von der Langeweile erzählt, ohne zu langweilen. Ein starkes erzählerisches Debüt.

Eine Rezension von Ferdinand Quante

Literaturangaben:
Berit Glanz: Pixeltänzer
Schöffling & Co., 256 Seiten, 20 Euro

Stand: 23.08.2019, 12:04