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"In diesem Buch stirbt jeder" von Beka Adamaschwili

Buchcover: "In diesem Buch stirbt jeder" von Beka Adamaschwili

Lesefrüchte

"In diesem Buch stirbt jeder" von Beka Adamaschwili

Beka Adamaschwilis erster Roman spielte in der "Schriftstellerhölle". Sein zweites Buch heißt „In diesem Buch stirbt jeder“. Darin lässt er Romanfiguren gegen ihre Autoren aufbegehren, die sie mir nichts, dir nichts quälen und schlachten.

Die Hauptfigur dieses Romans heißt Memento Mori, gedenke des Todes, sie trägt ein Che-Guevara-Shirt – und sie ist eine Romanfigur, ohne Vergangenheit, dafür aber mit der Superkraft, durch die Bücher der Weltliteratur zu reisen. Mit einer Art Bücher-Zeitreisemaschine und drei Mitfiguren organisiert sie den Aufstand der Figuren gegen die Misshandlung durch ihre Autoren. Romeo und Julia sollen keinen Selbstmord begehen, Wladimir und Estragon nicht mehr auf Godot warten müssen.

Natürlich lässt der Autor Adamaschwili sich das nicht gefallen. Und er sitzt am längeren Hebel. Genüsslich kostet er aus, dass die Figuren nur tun können, was er schreibt. Aber hat er immer alles unter Kontrolle? Immerhin hat er seinen Figuren das Bewusstsein angedichtet, dass sie autonome Entscheidungen treffen können.

Das Ergebnis ist ein lustvolles und dadurch sehr leicht lesbares Gezerre um die Handlungsmacht, reich an wiedererkennbaren literarischen Anspielungen. Eine leichte, witzige Lektüre.

Eine Rezension von Fabian May

Literaturangaben:
Beka Adamaschwili: In diesem Buch stirbt jeder
Voland und Quist, 208 Seiten, 25 Euro

Stand: 07.08.2020, 14:49