"Im Park der prächtigen Schwestern" von Camila Sosa Villada

Buchcover: "Im Park der prächtigen Schwestern" von Camila Sosa Villada

Lesefrüchte

"Im Park der prächtigen Schwestern" von Camila Sosa Villada

Vom Vater gehasst, verlässt Camila Sosa Villada ihr argentinisches Dorf. Sie will studieren und hofft außerdem, in der Großstadt auf mehr Verständnis zu stoßen, denn sie ist eine Transfrau.

Tagsüber geht sie zur Uni, nachts wartet sie im Park auf Freier. Prächtig gekleidet, auf schwindelerregend hohen Absätzen. Sie lebt mit etlichen Schwestern bei Tía Encarna, ebenfalls Transfrau und der gute Geist des Parks. Tía Encarna schützt die jungen Frauen vor Polizeigewalt und lebt ihnen vor, gegen allen Widerstand hoch erhobenen Hauptes durchs Leben zu gehen.

Camila Sosa Villada ist in Argentinien eine bekannte Schauspielerin und Schriftstellerin und ihr autobiografischer Roman wurde mit einem der wichtigsten lateinamerikanischen Literaturpreise ausgezeichnet.

Es geht an die Nieren, wie sie darin ihre Studentenzeit schildert: Sie und ihre Schwestern lassen sich nicht in überkommene gesellschaftliche Schablonen pressen – und werden dafür mit Demütigungen und Gewalt gestraft.

Eine Rezension von Eva Karnofsky

Literaturangaben:
Camila Sosa Villada: Im Park der prächtigen Schwestern
Aus dem Spanischen von Svenja Becker
Suhrkamp Verlag, 220 Seiten, 14,95 Euro

Stand: 19.02.2021, 13:53